#dasistmirwichtig Kamingespräch Siegen

Kamingespräch Siegen – Wo Agilität zum Erbgut gehört.

Termin
12. September 2019
Ort
Netphen bei Siegen
Thema
Erfolgsrezept Mittelstand 4.0

Wo stehen Deutschlands Unternehmer bei der Digitalisierung? Und wie erreichen Mittelständler eine bessere Wertschöpfung durch die Digitalisierung?

Antworten auf diese Fragen kennen die Teilnehmer des Kaminabends der HypoVereinsbank in Netphen bei Siegen.

Die Zeiten, in den Unternehmen „diese Digitalisierung“ bevorstand, sind längst vorbei. Der Wandel ist in vollem Gange, er verändert Produkte, Konsumgewohnheiten, ganze Unternehmen und er ist gekommen, um zu bleiben.

„Jeder Unternehmer, vor allem im Mittelstand, weiß, dass die Digitalisierung enorme unternehmerische Chancen schafft“, sagt Markus Beumer, Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank. Diese Chancen adäquat zu nutzen, sei die Aufgabe, die täglich mehr Unternehmen erfolgreich lösten und bei denen das Geldhaus beratend zu Seite stünde. Für Banken wie die HypoVereinsbank ändere sich damit auch das eigene Geschäftsmodell.

Hielten früher physische Güter wie Firmengebäude, Produkte oder Maschinen als Sicherheiten für Finanzierungsvorhaben her, beschäftigt die Bank mittlerweile viermal mehr Branchen- und Digitalisierungsexperten pro Kundenberater als noch vor einigen Jahren, um den Wert und das Potenzial digitaler Lösungen besser bewerten zu können.

Ist also plötzlich alles digital in der Industrie 4.0 und was in der Werkshalle geschieht, rückt in den Hintergrund? Das Gegenteil ist der Fall, wie die exklusive Gesprächsrunde mit rund 20 Geschäftsführern mittelständischer Unternehmen aus NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz zeigte.

Wichtige Statements der Experten im Video:

Agilität ist in der DNA der Mittelständler verwurzelt.

Aber wie ein paar Schwalben noch keinen Sommer, bedeuten eine Handvoll digitaler Insellösungen auch noch keine erfolgreiche Digitalisierungsstrategie. Nicht stehen bleiben, sondern weitermachen, ist das Gebot der Digitalisierung. Hierbei spiele der Mittelstand seine ganze Stärke aus, sagt HVB-Vorstand Beumer: „Agilität ist in der DNA der Mittelständler verwurzelt.“ Dazu zählten auch kurze Entscheidungswege, der Wille, nachhaltig Werte zu schaffen, und ein sorgfältiger Fokus auf die Chancen für das eigene Unternehmen.

Zuhören, so zeichnet es sich im Laufe des Abends ab, bleibt weiterhin eine Kernkompetenz für Entscheider. Hören auf die eigenen Mitarbeiter, auf neue und bestehende Kunden, Impulse von außen und nicht zuletzt auf das eigene unternehmerische Bauchgefühl. Das Erfolgsrezept für den Mittelstand 4.0, es kennt eben viele Zutaten.

Dr. Karl-Ulrich Köhler, Rittal GmbH & Co. KG

Einer dieser Unternehmer ist Dr. Karl-Ulrich Köhler, Vorstandsvorsitzender der Rittal GmbH & Co. KG. Das Unternehmen mit Hauptsitz im hessischen Herborn ist vor allem bekannt durch die Fertigung von Schaltschränken, die zunächst wenig mit der Digitalisierung zu tun zu haben scheinen. Doch die heutigen Produkte sind Zeugen eines tiefgreifenden Wandels, den das Unternehmen in den vergangenen Jahren angestoßen hat. „Wir denken ausschließlich in Chancen und Potenzialen“, sagt CEO Köhler in vertrauter Runde. So erweiterte das Traditionsunternehmen sein Leistungsportfolio zum Beispiel erfolgreich um Serverschränke und digitale Planungstools. In der eigenen „rasenden Fabrik“ im hessischen Haiger läuft die Fertigung auf rund 48.000 Quadratmetern inzwischen mit Hilfe von nur wenigen Menschen.

Bis so ein Vorhaben Erfolg hat, ist oftmals Geduld gefragt – auch das ist eine Erkenntnis, von der einige der gut zwei Dutzend Geschäftsführer beim Kamingespräch aus eigener Erfahrung berichteten. Rittal-Chef Köhler: „Manche der eingeplanten Maschinen wurden deutlich zu spät geliefert, andere funktionierten zunächst nicht wie geplant. Wenn Sie plötzlich auf Holz- statt auf Systempaletten für den automatisierten Materialfluss setzen müssen, dann leidet die Effizienz des ganzen Systems.“

Martin Herms, Albrecht Jung GmbH

Dass Digitalisierung nicht immer gleich eine Multimillionen-Investition wie bei Rittal bedeutet, veranschaulichte Martin Herms, Geschäftsführer Technik der Albrecht Jung GmbH aus Schalksmühle. In einem der Werke des Spezialisten für Elektroinstallationen und Gebäude-Systemtechnik koordinieren die Produktionshelfer ihre Schichten inzwischen selbst über eine eigene App. Für verfügbare Schichten können sie sich selbst vormerken. Die Erfahrungen seien durchweg positiv und erleichterten die Organisation.

Angelika Wetzstein, Ejot Holding GmbH & Co. KG

Das wertvollste Gut in der Industrie 4.0 blieben weiterhin die Menschen, die sie gestalten. Umso wichtiger sei es, ihre Neugierde gegenüber neuen Lösungen zu wecken. „Eine offene Kultur, die jede Idee und jede Kritik zulässt, ist der Schlüssel“, sagt Angelika Wetzstein, Geschäftsführerin Personal und Recht bei Ejot. Das Unternehmen, das auf Verbindungstechnik spezialisiert ist, zeigt seinen Mitarbeitern, wie digitale Lösungen ihre Arbeit erleichtern können. Ein verordneter Wandel, sagt Wetzstein, ändere keine Unternehmenskultur. Die Veränderung muss von den Mitarbeitern selbst angestrebt werden.

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