Fördermittel

Fördermittel – Staatliche Anschubhilfe für die Digitalisierung.

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Die Digitalisierung ist teuer. Förderdarlehen und andere staatliche Unterstützungsmaßnahmen helfen, die notwendigen Investitionen zu bewältigen. Lesen Sie hier, wie Unternehmen davon profitieren können.

Förderdarlehen und andere öffentliche Fördermittel helfen Mittelständlern, die notwendigen Investitionen in die Digitalisierung zu stemmen. Welche Programme es gibt und wie Unternehmen davon profitieren.

Die Digitalisierung ist im deutschen Mittelstand noch stark ausbaufähig. Laut einer aktuellen Studie der KfW Bankengruppe hat bisher lediglich ein knappes Drittel mittelständischer Unternehmen im Zeitraum 2015-2017 überhaupt Digitalisierungsprojekte erfolgreich abgeschlossen. Und nur etwa ein Fünftel der Unternehmen verfügt überhaupt über eine übergreifende Strategie zur Digitalisierung.

Im Jahr 2017 gaben Mittelständler immerhin knapp 15 Mrd. EUR für Digitalisierungsvorhaben aus - 1 Mrd. EUR mehr als im Vorjahr. Ungeachtet dessen ist noch einiges zu tun, wollen die Mittelständler auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben. Auch deshalb unterstützen Förderinstitute wie die KfW Bankengruppe oder die LfA Förderbank Bayern sie mit eigenen Förderprogrammen zur Digitalisierung. Unternehmer profitieren dabei nicht nur von günstigen Zinssätzen, sondern können teils auch Zuschüsse beantragen. Darüber hinaus wird es durch eine anteilige Haftungsfreistellung der Hausbank, die in Förderprogrammen für Digitalisierungsprojekte zum Teil genutzt werden kann, möglich, risikoreichere Vorhaben mit ausreichend Kapital zu versorgen.

Digitalisierung nach Branchen.

Der Grad der Digitalisierung in der deutschen Wirtschaft variiert deutlich. Traditionell schneiden dabei Informations- und Kommunikationstechnik besser ab als das verarbeitende Gewerbe. Allerdings zeigt sich über alle Branchen hinweg noch Verbesserungspotenzial. Fahren Sie mit der Maus über die Grafik, um die genauen Zahlen zu sehen.

Digitalisierung nach Branchen

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit der KfW Bankengruppe beispielsweise unterstützt die Finanzierung von Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben. Das Programm ist dabei nicht allein auf Sachinvestitionen beschränkt, sondern kann auch für die Finanzierung von Schulungen, für Konzeptentwicklung oder Kooperationsmodelle entlang der digitalen Wertschöpfungskette genutzt werden. Natürlich unterstützt es auch Vorhaben wie den Aufbau digitaler Plattformen oder die Analyse großer Datenmengen. Fördermittel kann außerdem erhalten, wer das innerbetriebliche Breitbandnetz ausbaut oder in Fernwartung investiert.

Doch bislang sei die Nachfrage nach derartigen Förderungen eher gering gewesen, erklärt Jürgen Drinhaus, Leiter Fördermittelspezialisten der HypoVereinsbank. Der Förderexperte geht davon aus, dass die Digitalisierung durch die speziell auf solche Vorhaben zugeschnittenen Förderprogramme noch einen Schub erhält.

Investitionsdruck in Sachen Digitalisierung nimmt zu.

Die geringe Nachfrage führt Drinhaus auch auf die insgesamt niedrigen Investitionssummen zurück, die bislang in die Digitalisierung gesteckt wurden. Denn noch immer halten sich hier viele Mittelständler zurück.

Die aktuelle Studie der KfW Bankengruppe ergab, dass die durchschnittlichen Ausgaben im Bereich Digitalisierung stagnieren und sich bisher nur auf 17.000 Euro belaufen. Allerdings rechnet Drinhaus wie viele andere Experten auch damit, dass der Investitionsdruck steigt: „Je mehr Unternehmen auf den digitalen Zug aufspringen, desto mehr werden nachziehen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren.“

Förderspezialist
"Bei der Vielzahl an Fördermöglichkeiten ist die offensichtliche nicht immer auch zugleich die beste Lösung. Es kommt immer auf den Einzelfall an.“
Jürgen Drinhaus
Leiter Fördermittelspezialisten, HypoVereinsbank
Persönliche Beratung

Fördermöglichkeiten gibt es inzwischen reichlich. Neben der bundeseigenen KfW treiben auch einige Bundesländer die Förderung der Digitalisierung in ihrer Region mit eigenen Programmen voran. Auch die EU hat mehrere Programme aufgelegt, mit deren Hilfe mittelständische Unternehmen hohe Kosten für Digitalisierungsvorhaben leichter stemmen können.

Das bekannteste EU-Förderprogramm ist dabei zugleich eines mit sehr anspruchsvollen Bedingungen: „Horizont 2020“ soll eine wissens- und innovationsgestützte Gesellschaft fördern und helfen, eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen. Ein Teil davon richtet sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen, für die die Bewerbungshürden deutlich gesenkt wurden.

Förderprogramme in Sachen Digitalisierung.

Von Zuschüssen bis hin zu günstigen Zinssätzen: Mit unterschiedlichen Herangehensweisen unterstützen Förderinstitute in Deutschland die Digitalisierung des Mittelstands. Klicken sie sich durch die Galerie, um Details über drei lohnende Förderprogramme zu erfahren.

Galerie:

Angesichts der vielen Möglichkeiten rät Jürgen Drinhaus jedem Unternehmen, bei einem Digitalisierungsvorhaben frühzeitig das Gespräch mit der Hausbank zu suchen. „Zusätzlich zu den Förderprogrammen, die explizit für Digitalisierung aufgelegt wurden, gibt es weitere, die ebenfalls eine Finanzierung für digitale Projekte erlauben“, erklärt der Experte.

Nicht immer sei daher die offensichtliche auch zugleich die beste Lösung. Drinhaus: „Es kommt immer auf den Einzelfall an.“ Ein erfahrener Förderberater kann Unternehmen dabei helfen, aus der Vielzahl der Möglichkeiten das richtige Programm oder sogar die optimale Kombination verschiedener Fördermöglichkeiten herauszufiltern.

Die komplette KfW-Studie zur Digitalisierung im Mittelstand 2018 finden Sie hier: Download

Auch interessant: Die Ergebnisse einer Unternehmensberfragung zur Digitalisierung von 2019: Download

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