Risk Barometer

Chancen im Risiko wahrnehmen.

Allianz Risk Barometer 2020
Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Risiko ist auch ein Informationsdefizit. Je besser Unternehmen Schwachstellen einschätzen können, desto geringer ist die Gefahr, von bestimmten Ereignissen überrascht zu werden. Das Risk Barometer 2020 der Allianz stellt die aktuell wichtigsten Geschäftsrisiken vor.

Erfolgreiches Risikomanagement zielt darauf ab, Risiken zu erkennen, zu verstehen und zu steuern. Dabei zeigt sich, dass zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Kontrolle eine Lücke klafft.

Eine gute Hilfe, damit Unternehmen in einer veränderten Risikolandschaft die Orientierung behalten, bietet das Risk Barometer. Die Spezialisten des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) untersuchen darin seit neun Jahren die wichtigsten Risiken in der Geschäftswelt. Zwischen Oktober und November 2019 wurden mehr als 2.700 Risikoexperten aus über 100 Ländern und aus den unterschiedlichsten Branchen befragt. Die Ergebnisse sind im Risk Barometer 2020 zusammengefasst worden.

 

Jens Krickhahn

„Cybervorfälle verursachen immer größere Schäden. Angriffe mittels Trojanern oder anderen Schadprogrammen richten sich zunehmend gegen große Unternehmen und die Forderungen bei Erpressungen steigen.“

Jens Krickhahn
Practice Leader Cyber, AGCS Zentral- und Osteuropa

Zum Zeitpunkt der Befragung Ende 2019 standen Klimakrise, geopolitische Risiken und die zunehmende Digitalisierung nicht nur im Mittelpunkt der politischen und gesellschaftlichen Diskussionen. Auch die Auswirkungen auf die Geschäftswelt waren nicht zu übersehen. Wer als Unternehmen nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden will, muss daher immer wieder prüfen, ob die subjektive Einschätzung seiner Risiken noch aktuell ist oder einer Neubewertung bedarf.

So haben beispielsweise Wetterkatastrophen das Potenzial, nicht nur Sachwerte zu zerstören. Sie können auch zu Betriebsunterbrechungen führen, wie das Niedrigwasser 2018 am Rhein gezeigt hat. Die dort ansässige Chemie- und Stahlbranche musste in der Folge ihre Produktion drosseln. Ein anderes Beispiel für eine möglicherweise neue Risikolage ist die zunehmende Digitalisierung von Geschäftsprozessen. Sie birgt auf der einen Seite enorme Chancen für mehr Effizienz und Produktivität. Auf der anderen Seite können die Kosten von Datendiebstahl, Spionage oder Cybererpressung rasch in die Millionen gehen.

Das Risk Barometer zeigt anschaulich, wie sich die Wahrnehmung von Geschäftsrisiken im Zeitablauf verändert hat. Vier Dinge fallen bei den jüngsten Ergebnissen besonders auf:

  • Cybervorfälle stellen erstmals weltweit das wichtigste Geschäftsrisiko dar.

  • Betriebsunterbrechungen bleiben eine zentrale Herausforderung.

  • Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel sind in der Wahrnehmung der Unternehmen weiter nach vorne gerückt.

  • Erstmals in den Top Ten vertreten sind Risiken aus der Wirtschaftsentwicklung (makroökonomische Risiken).

Die zehn größten Geschäftsrisiken weltweit für 2020:

Rang 2020
  1. 1

  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9
  10. 10
Geschäftsrisiko
  1. Cyber-Vorfälle (z.B. Cyberkriminalität, IT-Ausfälle)
  2. Betriebsunterbrechung (inkl. Lieferketten-Unterbrechung)
  3. Rechtliche Veränderungen (z.B. Handelskriege und Zölle)
  4. Naturkatastrophen (z.B. Sturm, Überschwemmung)
  5. Marktentwicklungen (z.B. Volatilität, M&A)*
  6. Feuer, Explosion
  7. Klimawandel/zunehmende Volatilität des Wetters
  8. Reputationsverlust oder Beeinträchtigung des Markenwerts
  9. Neue Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz, Blockchain)

  10. Makroökon. Entwicklungen (z.B. Sparprogramme, Inflation)

Prozent

  1. 39%

  2. 37%

  3. 27%

  4. 21%

  5. 21%

  6. 20%

  7. 17%

  8. 15%

  9. 13%

  10. 11%

Rang 2019

  1. 2 (37%)

  2. 1 (37%)

  3. 4 (27%)

  4. 3 (28%)

  5. 5 (23%)

  6. 6 (19%)

  7. 8 (13%)

  8. 9 (13%)

  9. 7 (19%)

  10. 13 (8%)

Trend

  1. steigend

  2. fallend

  3. steigend

  4. fallend

  5. gleich

  6. gleich

  7. steigend

  8. steigend

  9. fallend

  10. gleich

Deutschland: Sorge vor Betriebsunterbrechungen, Cyberattacken und Handelskonflikten.

In Deutschland gab es in den Top 3 der wichtigsten Risiken keine Verschiebung gegenüber dem Vorjahr. Ein Blick auf die genauen Zahlen zeigt jedoch, dass sich die Gewichtung gemessen am Prozentsatz der Antworten etwas verschoben hat. So stufte dieses Jahr mit 55 Prozent (Vorjahr: 48 Prozent)  deutlich mehr als die Hälfte der Befragten Betriebsunterbrechungen als wichtigstes Risiko ein. Während bei Cybervorfällen (Platz 2) der Anteil der Nennungen mit 44 Prozent konstant blieb, räumten nur noch 31 Prozent (Vorjahr: 35 Prozent) dem drittplatzierten Risiko „Rechtliche Veränderungen“ hohe Priorität ein.

Besonders auffällig ist die mit 17 Prozent (Vorjahr: 28 Prozent) stark rückläufige Einschätzung der Gefahren aus Naturkatastrophen. Sie weicht zudem von der globalen Einstufung der Risikomanager (21 nach 28 Prozent im Vorjahr) ab. Die vergleichsweise niedrigere Priorität überrascht umso mehr, als der Klimawandel im Allianz Risk Barometer 2020 weltweit um einen Rang auf Platz sieben vorgerückt ist und damit so hoch wie noch nie gewichtet wird.

Lukas Hofmann
„Die Folgen des Klimawandels treiben immer mehr Unternehmen um. Sie fürchten nicht nur Schäden aufgrund extremer Wetterverhältnisse, sie müssen auch mit Veränderungen beim Kundenverhalten und bei den regulatorischen Rahmenbedingungen rechnen.“
Lukas Hofmann,
Experte im STAR-Team der HypoVereinsbank

Im Einzelnen ergab die Umfrage in Deutschland, dass Unternehmen besonders die Sorge umtreibt, dass der Klimawandel die Absatzmärkte beeinträchtigen könnte, etwa durch strengere Emissionsvorschriften oder den Wandel zur Elektromobilität. Zudem setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Auswirkungen einer globalen Erwärmung von mehr als zwei Grad Celsius dramatisch sein werden. Es ist nicht nur mit entschiedenen regulatorischen Gegenmaßnahmen zu rechnen, auch Kunden, Aktionäre und Geschäftspartner dürften ihr Verhalten anpassen.

Unterstützung bei diesem Prozess bietet das Star-Team der HypoVereinsbank (Strategische Analyse und Research). Es besteht aus bundesweit angesiedelten Experten, die sich speziell um die ganzheitliche Beratung von mittelständischen Unternehmen kümmern. Ihre Stärke liegt darin, genau zuzuhören, gründlich zu recherchieren und scharf zu analysieren, um die besten Strategien zur Geschäftsentwicklung und Risikominimierung zu finden. Am Ende des Prozesses stehen Optimierungsvorschläge, die sich auf so unterschiedliche Bereiche wie IT-Sicherheit oder Gestaltung der Lieferketten erstrecken.

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Die wichtigsten Geschäftsrisiken für deutsche Unternehmen:

Die wichtigsten Geschäftsrisiken in Deutschland im Überblick:
Rang 2020
  1. 1

  2. 2

  3. 3
  4. 4
  5. 5
  6. 6
  7. 7
  8. 8
  9. 9
  10. 10
Geschäftsrisiko
  1. Betriebsunterbrechung (inkl. Lieferketten-Unterbrechung)
  2. Cyber-Vorfällte (z.B. Cyberkriminalität, IT-Ausfälle, Datenschutzverletzungen, Geldbußen und Strafen)
  3. Rechtliche Veränderungen (z.B. Handelskriege und Zölle, Wirtschaftssanktionen, Protektionismus, Brexit, Zerfall der Euro-Zone)
  4. Feuer, Explosion
  5. Marktentwicklungen (z.B. Volatilität, verstärkter Wettbewerb/neue Wettbewerber, M&A, stagnierende Märkte, Marktschwankungen)
  6. Naturkatastrophen (z.B. Sturm, Überschwemmung)
  7. Neue Technologien (z.B. Auswirkung der Vernetzung von Maschinen, Nanotechnologie, künstliche Intelligenz, 3D-Druck, autonome Fahrzeuge, Blockchain)

  8. Produktrückruf, Qualitätsmängel, Serienfehler
  9. Reputationsverlust oder Beeinträchtigung des Markenwerts
  10. Makroökon. Entwicklungen (z.B. Sparprogramme, Anstieg der Rohstoffpreise, Deflation, Inflation)

Prozent

  1. 55%

  2. 44%

  3. 31%

  4. 23%

  5. 20%

  6. 17%

  7. 16%

  8. 15%

  9. 14%

  10. 13%

Rang 2020

  1. 1 (48%)

  2. 2 (44%)

  3. 3 (35%)

  4. 6 (19%)

  5. 8 (17%)

  6. 4 (28%)

  7. 5 (20%)

  8. 7 (17%)

  9. 9 (13%)

  10. 10 (9%)

Trend

  1. gleich

  2. gleich

  3. gleich

  4. steigend

  5. steigend

  6. fallend

  7. fallend

  8. fallend

  9. gleich

  10. gleich

Platz 1: Betriebsunterbrechungen – Alle Räder stehen still.

Der Trend zu weitreichenden Betriebsunterbrechungen ist ungebrochen. Die Gründe dafür werden immer vielfältiger und reichen von Bränden, Explosionen oder Naturkatastrophen bis hin zu Cyberangriffen oder politischen Unruhen. So beeinträchtigten die eskalierenden Massenproteste vergangenes Jahr in Hongkong oder Frankreich den Geschäftsbetrieb zahlreicher Unternehmen.

Am stärksten dem Risiko von Betriebsunterbrechungen sind Firmen ausgesetzt, die stark auf Zulieferungen anderer Unternehmen angewiesen sind. Dazu gehört die deutsche Automobilindustrie. Sie bekommt die globalen Abhängigkeiten rasch zu spüren, wenn die Lieferkette stockt. Deshalb, so der Rat von Allianz Global Corporate & Specialty, sollte jedes Unternehmen nicht nur Antworten auf die Frage finden, wie man Betriebsunterbrechungen am besten verhindert, sondern (vor allem) Vorsorgemaßnahmen treffen, um im Schadenfall die Folgen so gering wie möglich zu halten.

Ursachen von Betriebsunterbrechungen

Risk Barometer Betriebsunterbrechungen
Platz 2: Attacken aus dem Cyberspace.

Auf Platz 2 in Deutschland stehen wie im Vorjahr Cyber-Vorfälle. Hier müssen sich die Unternehmen auf immer größere und teurere Risiken einstellen. Dazu gehören Datenskandale genauso wie die Zunahme von Cybererpressung und Spoofing (Vortäuschen anderer Identitäten in E-Mails). Hinzu kommen höhere Bußgelder aufgrund strengerer Datenschutzbestimmungen und Schadenersatzklagen. Auch Lösegeldforderungen werden durch raffiniertere Cyber-Angriffe immer kostspieliger. Lagen vor fünf Jahren die Forderungen noch im Bereich von Zehntausenden Dollar, erreichen sie inzwischen Millionenhöhe.

Die jährlichen Kosten der Unternehmen für alle Arten von Cyberangriffen steigen. Malware und webbasierte Angriffe sind nach wie vor die teuersten Vorkommnisse. Die Kosten für Lösegeldforderungen (21 Prozent) und böswillige Insiderangriffe (15 Prozent) sind zwischen 2017 und 2018 am schnellsten gestiegen.

Jährliche durchschnittliche Kosten von Cybercrime für einzelne Typen der Attacken

Risk Barometer Kosten Cybercrime
Platz 3: Protektionismus auf dem Vormarsch.

Die Sorge vor rechtlichen Veränderungen in der Wirtschaft rangiert im Allianz Risk Barometer sowohl im deutschen wie im weltweiten Ranking an dritter Stelle. Darunter fallen Handelskriege und Zölle genauso wie die Verhängung von Wirtschaftssanktionen, der Brexit oder ein möglicher Zerfall der Euro-Zone. Allein 2019 wurden demnach mehr als 1000 neue Handelshemmnisse registriert, und der US-Durchschnittszoll erreicht inzwischen wieder das Niveau der 1970er-Jahre. Dabei sind die zunehmenden protektionistischen Tendenzen nicht auf die USA beschränkt. Sie treten auch in Japan und Südkorea, Indien und in der EU auf.

Neu unter den Top 10 weltweit: Makroökonomische Entwicklungen.

Makroökonomische Veränderungen wie die Geldpolitik der Notenbanken, Sparprogramme oder die Entwicklung von Verbraucher- oder Rohstoffpreisen haben es 2020 erstmals in die globalen Top-10-Risiken geschafft (Platz 10 mit 11 Prozent der Stimmen). Darin spiegelt sich vor allem die Befürchtung der Unternehmen wider, dass eine Rezession ihre Geschäftsbedingungen merklich verschlechtern könnte. Verstärkt wurden die Sorgen, als im Sommer 2019 der Handelskonflikt USA/China zu eskalieren drohte, die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Brexit wuchs und in Italien ein Regierungswechsel drohte.

„Eine weiche Landung der Weltwirtschaft bleibt unser Basisszenario“, beruhigt der Chefökonom der Allianz, Ludovic Subran. Er stützt seine Hoffnung auf den robusten privaten Verbrauch. Hingegen sieht er die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken kritisch, weil die niedrigen Zinsen zunehmend ihren Stimulus verlören und unerwünschte Nebeneffekte zunähmen. Hinzu kommt die wachsende Verschuldung des Privatsektors, vor allem in den USA und China. Sie könnte sich bei einer zu raschen und schlecht ausgestalteten Normalisierung der Geldpolitik als Problem erweisen.

Wie die HypoVereinsbank mit „STAR“ zur Risikominimierung beitragen kann.

Viele Unternehmen verfahren nach dem Prinzip, ein Risiko gar nicht erst einzugehen oder es zu ignorieren. Beides ist gefährlich. Denn wer jedes Risiko scheut, kann Chancen verpassen. Und wer Risiken nicht sehen will, gefährdet seinen Geschäftsbetrieb. Dabei gibt es Möglichkeiten, mit Risiken aktiv umzugehen. Der professionelle Umgang erfordert eine sorgfältige Analyse, eine nüchterne Einschätzung und eine genaue Abwägung der Vor- und Nachteile. Das STAR-Team der HypoVereinsbank kann hier wertvolle Unterstützung leisten.

Star steht für Strategische Analyse und Research. Wir verstehen uns als Berater, die mittelständische Firmen im Rahmen einer ganzheitlichen Betrachtung, die über das bankentypische Thema Finanzierung hinausreicht, analysiert. Es geht also vor allem um Fragen der Unternehmensführung und der Risikobewertung.

Das STAR-Team besteht aus rund 20 Unternehmensexperten, die über ganz Deutschland verteilt sind. Als Betriebswirte sind sie mit den typischen Themen vertraut, die mittelständische Unternehmen bewegen: Wer wird die Firma eines Tages übernehmen, soll ich eher organisches oder anorganisches Wachstum anstreben und wie kann ich meine Geschäftsprozesse optimieren.

Marion Pflügner
"Wir werden immer dann gerufen, wenn es knifflig wird und ein Unternehmenslenker mehr braucht als eine normale Bankberatung."
Marion Pflügner
Expertin im STAR-Team der HypoVereinsbank

Der Vorteil des STAR-Teams besteht darin, dass es aufgrund seiner breiten geographischen Aufstellung die regionalen Marktgegebenheiten kennt und sich gut in die Unternehmen hineinversetzen kann. „Im Star-Dialog geht es ans Eingemachte“, verdeutlicht Pflügner. Welche Fehler wurden in der Vergangenheit gemacht? Wo soll es in Zukunft hingehen? Welche Risiken kann das Unternehmen schultern, um Chancen wahrzunehmen und am Ende Wert daraus zu schaffen?

Der STAR-Dialog ist für beide Seiten ein Gewinn. Unsere Experten lernen die Bedürfnisse unserer Kunden besser kennen, und das Unternehmen bekommt einen kompetenten Sparringspartner, mit dem es strategische Themen auf Augenhöhe besprechen kann. Denn wir wissen: Risiko ist untrennbar mit Gefahren verbunden, aber ebenso mit Chance und einem Anreiz zu kreativem Denken und Mut.

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