Dettmer Erfolgsstory

Dettmer hält Kurs Richtung Zukunft.

In Nachhaltigkeit investieren. #DasIstMirWichtig

Was haben Binnenschifffahrt, Containerlogistik und das Recycling von Gewerbemüll gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Beim Familienunternehmen Dettmer aus Bremen jedoch fügen sich die Einzelteile zu einem stimmigen Ganzen.

 

Ein Unternehmen aufzubauen ist ein bisschen wie Puzzle spielen. Es gilt, viel auszuprobieren. Manchmal passt ein Teil perfekt zum anderen. Manchmal scheint es, als habe man die Lösung gefunden. Und dann passt es doch nicht. Man braucht viel Zeit und Geduld.

Die Dettmer Group aus Bremen hat ihr Puzzle schon gelöst. Und Heiner Dettmer, Inhaber und CEO der Gruppe, ist derjenige, der es zusammengesetzt hat und zu dem gemacht hat, was es heute ist: Ein großes Logistikunternehmen mit starken Standbeinen in der Transportlogistik wie z.B. Binnenschifffahrt, der Lagerung von Gütern, der Containerlogistik, der Luftfrachtabwicklung, der Projektspedition und der Wiederaufbereitung von Abfallstoffen.

Eine Gruppe mit einem konsolidierten Umsatz von 370 Millionen Euro pro Jahr, die deutschlandweit 1.800 Menschen Arbeit gibt. Ein Unternehmensverbund mit Sitz in Bremen und Standorten in ganz Deutschland, dessen 50 Einzelteile perfekt ineinandergreifen. Und der bei Umwelt- und Klimaschutz und der Wiederaufbereitung von Rohstoffen ständig versucht, besser zu werden.

„Die Bereiche ergänzen sich derart, dass wir komplette Logistik-Lösungen über mehrere Stufen hinweg aus einer Hand anbieten können. Das hat für unsere Kunden natürlich viele Vorteile und ist sicher eines unserer Erfolgsgeheimnisse.“
Heiner Dettmer
Inhaber/CEO, Dettmer Group

Geduld und strategische Weitsicht zeichnen Heiner Dettmer aus, der seit 31 Jahren an der Spitze des Familienunternehmens steht. Vor allem aber die Fähigkeit, unternehmerische Chancen zu erkennen und beherzt die Initiative zu ergreifen, wenn sich Gelegenheiten bieten.

Beispiele dafür finden sich in der Unternehmensgeschichte zuhauf. Etwa, als Dettmer Mitte der 70er Jahre  einen Auftrag in Bremen nur unter der Bedingung erhielt, dass er im Gegenzug eine leerstehende und scheinbar nutzlose Halle im Bremer Hafen mit übernehmen würde. Der Unternehmer ließ sich darauf ein – und legte damit den Grundstein für ein Logistikzentrum, das heute das Herzstück des Bereichs Container Packing von Dettmer bildet. Dazu kommen weitere Standorte unter anderem in Hamburg, Duisburg und Antwerpen. Ein florierendes Geschäft, entstanden aus einem Zufall und der richtigen Antwort auf die bohrende Frage: Was sollen wir damit bloß anfangen?

Dettmer - das Unternehmen

Rückschläge sind für Dettmer vor allem Chancen zur Erneuerung.

Unternehmerischer Mut war auch gefragt, als 1989 die Berliner Mauer fiel und die Wiedervereinigung weite Teile der deutschen Wirtschaft kräftig durcheinanderwirbelte. Dettmer betrieb zu dieser Zeit ein florierendes Binnenschifffahrtsgeschäft. Mit einer Flotte von 30 Binnentankern versorgte das Unternehmen das eingeschlossene West-Berlin mit Mineralöl. „Die Wiedervereinigung war für uns rein wirtschaftlich gesehen eine enorme Herausforderung. Uns war klar, dass der Verkehr nach Berlin zum Erliegen kommen würde und unsere kleinen Schiffe, die wir eigens für die engen Kanäle und Schleusen der DDR gebaut hatten, auf anderen Wasserstraßen kaum wirtschaftlich einsetzbar waren“, erinnert sich Dettmer.

Die Lösung wiederum ist typisch für den Vollblutunternehmer. Anstatt zu verzagen, ergriff er die Chance, die sich ihm bot. „Wir erkannten, dass auf dem Gebiet der DDR ein riesiger Bedarf an Mineralöl entstehen würde, weil jeder, der das Begrüßungsgeld bekam, sich als erstes ein Auto kaufte.“ Da die Infrastruktur der DDR auf diesen Bedarf nicht eingerichtet war, ergriff Dettmer die Initiative und errichtete in Magdeburg eine Umschlagsanlage,  in der Benzin direkt vom Schiff in Kesselwagen gepumpt werden konnte, das dann zu den Tankstellen im Land weitertransportiert wurde. Dank des neuen Tanklagers konnte Dettmer fortan auch die bestehende Schiffsflotte weiter einsetzen. Das Unternehmen war gerettet.

MUT ist bei Dettmer beides: Name und Haltung zugleich.

Das Lager in Magdeburg existiert bis heute. Seinen Namen MUT hat die Familie dabei bewusst doppeldeutig gewählt – steht er doch einerseits ganz sachlich für Magdeburger Umschlag und Transport, andererseits aber auch symbolisch für die vielleicht wichtigste Eigenschaft, die Dettmer auszeichnet: den Mut, rechtzeitig und entschlossen zu handeln, wenn es die Umstände erfordern.

Heute ist MUT eines der zentralen Fixpunkte im Unternehmenspuzzle Dettmer. Hier, wo sich mit der Elbe und dem Mittellandkanal zwei der wichtigsten Wasserstraßen des Landes kreuzen und zugleich gute Anbindungen an Autobahnen und das Schienennetz existieren, hat das Logistikunternehmen die ideale Schaltzentrale für viele seiner unterschiedlichen Dienstleistungen gefunden.

Flüssiggüter, die aus dem Osten kommen, können hier verladen und nach Rotterdam weitertransportiert werden. „Es gibt in Deutschland kein vergleichbares Unternehmen, das mit der Kombination aus Schiff, Lager und Bahn so viele Logistik-Leistungen aus einer Hand anbieten kann. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal“, sagt Heiner Dettmer nicht ohne Stolz.

Wie aus Kohlehalden Grüne Engel aufsteigen.

Auch das Recycling-Geschäft von Dettmer entstand aus einem Dilemma. Denn ursprünglich war die Fläche im Nürnberger Hafen, wo Dettmer heute im großen Stil ausgediente Eisenbahnschwellen aus Holz oder Beton zerkleinert, sortiert und zur Weiterverarbeitung vorbereitet, ein Kohlelager. Dettmers Schiffe transportierten in den 80er Jahren den Brennstoff aus dem Ruhrgebiet nach Franken und nahmen auf dem Rückweg Schlacke mit, die in Duisburg aufgearbeitet wurde. Als der Transportvertrag endete, entschloss sich Heiner Dettmer, die Aufbereitung der Schlacke fortan in Nürnberg selbst zu erledigen.

Aus dem anfänglichen Kohlelager wurde eine Wiederaufbereitungsanlage, die fortan ihr Tätigkeitsfeld immer weiter ausbaute. Heute umfasst das Gelände des daraus entstandenen Firmenverbunds „Die Grünen Engel“ 135.000 Quadratmeter Fläche am Nürnberger Hafen mit Umschlagsmenge von rund 1 Million Tonnen Abfällen pro Jahr – davon ca. 230.000 Tonnen Altholz, somit einer der größten Altholzaufbereiter Deutschlands.  Unbelastetes Holz wird geschreddert und an die holzverarbeitende Industrie verkauft, die daraus Spanplatten fertigt. Darüber hinaus sortieren „Die Grünen Engel“ auch mineralische Abfälle und Kunststoffe.

Entsorgung und Recycling sind mittlerweile zu einem der größten Geschäftsfelder der Gruppe herangewachsen. Und dabei soll es nicht bleiben. „In der Wiederaufbereitung von Rohstoffen stecken noch viele Chancen. Die wollen wir nutzen“, sagt Heiner Dettmer. Erst im vergangenen Jahr hat er seinem Puzzle weitere Teile hinzugefügt und Entsorgungsunternehmen in Nordrhein-Westfalen und Berlin übernommen . „Die Wiederaufbereitung von Rohstoffen ist eine Schlüsseltechnologie, um die natürlichen Ressourcen der Erde nicht noch mehr zu belasten“, sagt Heiner Dettmer. „Wir müssen verstärkt in die Kreislaufwirtschaft investieren. Denn die natürlichen Ressourcen der Erde sind endlich.“

Grüne Kraft voraus auf Flüssen und Kanälen.

Nachhaltigkeit beschränkt sich bei Dettmer aber nicht nur auf das Recycling. Auch mit der Verlagerung großer Transportkapazitäten von der Straße auf Kanäle und Flüsse leistet das Unternehmen einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Umwelt. „Binnenschifffahrt ist nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein sehr ökologisches Transportmittel“, unterstreicht Heiner Dettmer. Gerade Massengüter seien für den Transport per Binnenschiff gut geeignet. Und anders als auf den Straßen oder Schienen gebe es auf Deutschlands Wasserstraßen auch noch ausreichend Platz für mehr. Leider würden Kapazitäten und Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt oft massiv unterschätzt, was dazu führe, dass zu wenig in den Erhalt und Ausbau der Wasserstraßen investiert werde.

Doch Dettmer hält das nicht davon ab, seine Flotte noch ‚grüner‘ zu machen. Er investiert in moderne Technologien, um den ökologischen Vorsprung seiner Branche weiter auszubauen. Neue Binnenschiffe werden mit hoch energieeffizienten Motoren ausgestattet, die nur noch einen Bruchteil des Spritverbrauchs früherer Modelle benötigen. In Hamburg hat das Unternehmen darüber hinaus eine Initiative gestartet, um Binnenschiffe mit Brennstoffzellen auszurüsten und mit sauberer Energie aus Wasserstoff anzutreiben.

 

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Nachhaltig wachsen – zu Wasser, an Land und in der Luft.

Auch andernorts unternimmt Dettmer viel, um den ökologischen Fußabdruck der Gruppe zu minimieren. In Magdeburg hat das Unternehmen zum Beispiel eine Anlage zur Verflüssigung von Benzindämpfen in Betrieb genommen. Diese Dämpfe sind früher einfach in die Atmosphäre entwichen. Heute werden diese von den Tankstellen aufgefangen und bei MUT in einen Gasspeicher geleitet, wo sie verflüssigt und zu neuem Benzin verarbeitet werden. Eine eigene Photovoltaikanlage versorgt das Tanklager mit grünem Strom.

Die Tochterfirma Jongen kümmert sich um die Entsorgung von festem und flüssigem Abfall auf den Seeschiffen sowie um die Bekämpfung von Ölunfällen und weiterhin um die Reinigung von Ballastwasser im Hamburger Hafen. Dieses für die Schiffs-Stabilität erforderliche Wasser, das die großen Pötte auf ihren Reisen um die Welt transportieren, ist häufig mit Organismen belastet. Cholera-Bakterien aus Singapur oder Krebse aus dem Golf von Mexiko könnten das empfindliche Ökosystem belasten, wenn dieses Wasser ungefiltert ins Hafenbecken abgelassen würde. Die mobile Ballastwasser-Reinigungsanlage von Jongen ist die erste in einem europäischen Hafen überhaupt.

Doch es gab auch Rückschläge: Der Versuch, Binnenschiffe mit verflüssigtem Erdgas (Liquid Natural Gas) anzutreiben, scheiterte an der fehlenden Infrastruktur. Ohne einen Mineralölkonzern als Partner, der für die Betankung der Schiffe entlang der Wasserstraßen sorgen würde, konnte Dettmer die Investition in die Umrüstung der Schiffe nicht riskieren. Die Ölkonzerne wiederum verlangten Abnahmegarantien für den Aufbau des Tanknetzes. „Ein typisches Henne-Ei-Problem“ resümiert Dettmer.

„Wir haben als Familienunternehmen einen sehr langfristigen Blick auf die Dinge.“
Heiner Dettmer
Inhaber/CEO, Dettmer Group

Nachhaltig handeln heißt für Heiner Dettmer aber auch: rechtzeitig die langfristige Zukunft des Unternehmens sicherzustellen. Der Übergang an die nächste Generation ist bereits eingeleitet. Ein kompetentes Team aus Managern kümmert sich mittlerweile um das Tagesgeschäft, während Heiner Dettmer und seine Tochter Julia aus dem neu gebildeten Familienbeirat heraus vor allem die großen Linien der Unternehmensentwicklung im Blick behalten.

Damit das funktioniert, hat der Unternehmenschef für die Gruppe eine Konzernstruktur verabschiedet und zugleich die einzelnen Teile des Firmenpuzzles auseinandergenommen und neu verzahnt. „Vorher war Dettmer sicherlich ein etwas zusammengewürfeltes Konglomerat“, wie der Unternehmenschef selbstkritisch einräumt. „Das hat man als Eigentümer zwar noch ganz gut überblickt, aber für Außenstehende war es schon schwer.“

Mit ihren vier Segmenten Liquid Cargo,  General Cargo, Air Cargo Solutions und Waste & Recycling ist Dettmer für die Zukunft gut gerüstet. Bei allen Veränderungen steht eines aber für den 70-Jährigen unverrückbar fest: „Wir sind und bleiben ein Familienunternehmen.“

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