Best practise Finanzierung

Best Practice: Finanzierung neu gedacht.

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Lesen Sie, wie Treasurer Carsten Feuerpfeil die Finanzierung des Kupferverarbeiters Wieland auf neue Füße stellt.

Bei dem Hersteller von Kupferprodukten Wieland aus Ulm stehen die Zeichen auf Erneuerung. Mit modernen Finanzierungsinstrumenten macht Treasurer Carsten Feuerpfeil das Unternehmen fit für den Wandel.

Jahrzehntelang ging man bei der Wieland Gruppe zurückhaltend seinen Geschäften nach. Beharrlich und zielstrebig baute das mittelständische Familienunternehmen aus dem Donautal bei Ulm seine Kundenbeziehungen auf, entwickelte neue Produkte, investierte in moderne Verfahren und erschloss neue Märkte. 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich Wieland zu einem der weltweit führenden Hersteller von Kupferprodukten gemausert. Ein typischer Hidden Champion, der sich in einem interessanten Nischenmarkt eine herausragende Position erarbeitet hat.

So hätte es weitergehen können. Doch seit einiger Zeit weht bei Wieland ein frischer Wind. Das hat nicht nur, aber auch mit dem Wechsel an der Spitze zu tun. Im April 2017 löste Dr. Erwin Mayr den langjährigen Vorstandsvorsitzenden Harald Kroener ab. „Seitdem hat sich das Tempo der Veränderung deutlich erhöht“, sagt Carsten Feuerpfeil, der bei Wieland das Treasury verantwortet.

Carsten Wiesenthal, Expertenhilfe im Krisenfall
"Wenn Sie morgens unter der Dusche stehen, läuft das Wasser durch ein Rohr, das vielleicht von Wieland stammt. Und wenn Sie Ihr Smartphone benutzen, ist vermutlich eine Komponente von Wieland darin.“
Carsten Feuerpfeil
Leiter Treasury bei Wieland

Anforderungen ans Treasury nehmen zu.

Für frischen Wind sorgt der 46-Jährige auch in seinem Verantwortungsbereich. Stück für Stück hat der gelernte Banker die Finanzierung des Unternehmens modernisiert. Die HypoVereinsbank stand ihm dabei als Finanzierungspartner eng zur Seite. Konsortialkredite und Schuldscheindarlehen sind mittlerweile fester Bestandteil im Finanzierungsmix.

Das Traditionsunternehmen erwirtschaftet rund 2,5 Milliarden Euro Jahresumsatz und ist im Großraum Ulm mit rund 3800 Arbeitsplätzen einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber. Rund 1300 Mitarbeiter sind am Firmensitz im Donautal beschäftigt, weitere 2500 in Vöhringen, dem größten Standort der Gruppe. 

Fast jeder hat mit Wieland zu tun, aber kaum einer weiß es.

Die Wieland Gruppe fertigt Rohre und Stangen, aber auch technisch anspruchsvollere Produkte wie zum Beispiel Bänder für die Elektronikindustrie oder Gleitlager aus speziellen Kupferlegierungen, die besonders widerstandfähig sind. 

In den Regalen der Endverbraucher findet man Wieland allerdings nicht. Alles, was das Unternehmen herstellt, wird von den Abnehmern weiterverarbeitet. Trotzdem hat vermutlich jeder mit Wieland zu tun, er weiß es nur nicht: „Wenn Sie morgens unter der Dusche stehen, läuft das Wasser durch ein Rohr, das vielleicht von Wieland stammt. Und wenn Sie Ihr Smartphone benutzen, ist vermutlich eine Komponente von Wieland darin“, sagt Feuerpfeil. 

Begehrtes Gut: Verwendung von Kupfer in Deutschland.

Rohre, Spulen, Bänder, Lager: Kupfer ist unverzichtbarer Bestandteil vieler industrieller Produkte und dementsprechend ein begehrter Rohstoff. Die Grafik zeigt, welche Branchen in Deutschland im Jahr 2016 die größten Mengen an Kupfer verarbeiteten.

Unternehmensfinanzierung Verwendung Kupfer


Konsortialkredit bringt Flexibilität und Sicherheit.

Feuerpfeil, der aus der Finanzabteilung eines Dax-Konzerns zu Wieland wechselte, gefallen die Hands-on-Mentalität bei dem Mittelständler und die große Vielfalt und Gestaltungsfreiheit der Aufgabe: „Hier war die Wiese deutlich grüner als bei meinem vorherigen Arbeitgeber. Es macht einfach Freude, wenn man eine Entwicklung aktiv mitgestalten kann.“ 

Als er 2012 seinen Job als Treasurer bei Wieland antrat, finanzierte sich das Unternehmen noch fast ausschließlich über bilaterale Bankverbindungen. Doch spätestens seit der Finanzkrise 2008 und der anschließenden Erholungsphase war klar, dass das Unternehmen seine Finanzierungsstruktur auf eine neue Grundlage stellen wollte. „Als sich die Wirtschaft allmählich wieder erholte, zogen die Rohstoffpreise stark an“, erinnert sich Feuerpfeil. Wieland benötigte plötzlich deutlich mehr Finanzierungsspielraum, um seinen Rohstoffbedarf vorfinanzieren zu können.

2012 beauftragte der Treasurer ein Konsortium mit der HypoVereinsbank mit der Aufstellung eines Konsortialkredits. „Durch den syndizierten Kredit erhalten Unternehmen auf der Finanzierungsseite deutlich mehr Flexibilität und Sicherheit“, sagt HVB-Firmenkundenbetreuer Karl-Heinz Brunner, der Wieland bei der Transaktion begleitet hat.


Hohe Investitionen in Qualität und Forschung.

Eine stabile und verlässliche Finanzierung ist für Wieland eine entscheidende Voraussetzung, um im Wettbewerb weiter die Nase vorn haben zu können. Das Unternehmen investiert jährlich einen hohen Betrag in Forschung und Entwicklung, um technologisch immer auf dem neuesten Stand zu bleiben.

Das Resultat sind zum Beispiel Kupferrohre mit einer extrem hohen Leitfähigkeit, die in Wärmetauschern für die Kälte- und Klimatechnik oder in Verflüssigungsanlagen der Gasindustrie zum Einsatz kommen. Oder spezielle Komponenten für die Automobilindustrie. „Das kann man nicht so einfach imitieren“, sagt Feuerpfeil. Zusätzlich beobachtet das Unternehmen sehr genau, was sich an den Märkten tut. „Wir analysieren die großen Trends und versuchen herauszufinden, was das für unsere Produkte bedeutet“, erläutert Feuerpfeil. 

Glänzendes Geschäft.

Von der Donau in die Welt: Die Kupferprodukte von Wieland stecken in vielen Gegenständen des täglichen Lebens. Klicken Sie durch unsere Galerie, um sich ein eigenes Bild vom Unternehmen und seinen Produkten zu machen.

Beispiel Ernährung: Um den zunehmenden Fischbedarf der Weltbevölkerung zu decken, entstehen derzeit weltweit große Aquakulturen, also Fischzuchtfarmen. Dabei werden die klassischen Nylonnetze zunehmend durch Messingnetze ersetzt, für die auch Wieland eine Lösung entwickelt hat. In Norwegen haben Aquakulturen die Öl- und Gaswirtschaft bereits als bedeutendsten Wirtschaftszweig abgelöst.

Beispiel Mobilität: Moderne Elektromotoren benötigen im Vergleich zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren deutlich mehr Kupfer. Auch das ist eine Wachstumschance für Wieland.

Auch die Digitalisierung spielt bei Wieland eine immer größere Rolle: Das Unternehmen investiert viel, um seine Fertigung auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Moderne Roboter- und Datentechnik sorgt dafür, dass Wieland trotz umfangreicher Produktion im Hochlohnland Deutschland international wettbewerbsfähig bleibt.

Zeichen stehen auf Expansion.

Wachstum geschieht bei Wieland aber nicht nur durch neue Produkte. Seit Jahren expandiert das Unternehmen gezielt in neue Märkte. So ist der Konzern mittlerweile auch in Nordamerika und Asien mit eigenen Standorten präsent. Dabei soll es nicht bleiben: „Es ist klar, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft derzeit vor allem in den Schwellenländern vollzieht. Entsprechend wollen wir unsere Präsenz dort weiter ausbauen.“ Zwei kleinere Akquisitionen hat das Unternehmen 2017 schon realisiert. „Wir agieren derzeit aus einer Position der Stärke heraus und wollen dieses Momentum nutzen, um unsere Marktposition weiter zu verbessern“, sagt Feuerpfeil.


Schuldscheindarlehen als langfristige Sockelfinanzierung.

Auch auf der Finanzierungsseite hat Feuerpfeil das Unternehmen 2017 nochmals verstärkt. „Wir haben festgestellt, dass wir immer einen bestimmten Sockelbetrag in der Finanzierung haben, den wir für den Ankauf der Rohstoffe benötigen. Dafür wollten wir eine langfristige Lösung schaffen“, erläutert Feuerpfeil.

Rüdiger Kirsch
"Wichtig war uns, dass der Aufwand für Wieland überschaubar bleiben würde. Damit das klappt, müssen beiden Seiten einander gut kennen.“
Karl-Heinz Brunner
HVB-Firmenkundenbetreuer

Nach einer gründlichen Recherche entschied sich der Treasurer dazu, zusätzlich zu der Verlängerung der bestehenden Finanzierung ein Schuldscheindarlehen aufzunehmen. Die HypoVereinsbank übernahm dabei die Umsetzung. „Wichtig war uns, dass der Aufwand für Wieland überschaubar bleiben würde. Damit das klappt, müssen beiden Seiten einander gut kennen und offen miteinander kommunizieren. Mit Wieland hat das toll geklappt“, lobt HVB-Firmenkundenbetreuer Karl-Heinz Brunner.

Die Bank kümmerte sich federführend um die Dokumentation, sprach mögliche Käufer an und organisierte Investorengespräche. Erstmals in der Geschichte des traditionsreichen Unternehmens stand das Top-Management einem Kreis externer Investoren Rede und Antwort. „Es war interessant zu sehen, wie jemand von außen Wieland wahrnimmt. Und wir haben erlebt, dass Offenheit und Transparenz Vertrauen schaffen und helfen, die Investoren zu überzeugen, in das Produkt Wieland zu investieren“, fasst Feuerpfeil seine Eindrücke zusammen.

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Mit einem langfristigen Schuldscheindarlehen als Sockelfinanzierung und dem Konsortialkredit zur Deckung des volatilen Bedarfs beim Working-Capital fühlt sich der Treasurer nun gut gerüstet für die kommenden Herausforderungen: „Uns wirft so schnell nichts um. Selbst wenn der Wind mal richtig kräftig und von vorne bläst.“

Das Unternehmen Wieland
Die Wieland Gruppe ist ein führender Hersteller von Halbzeugen aus Kupfer und Kupferlegierungen. Hier finden Sie Wissenswertes zur Firma im Überblick.
  • Das 1820 gegründete Unternehmen mit Sitz in Ulm fertigt Bänder und Bleche, Rohre, Stangen und Profile, Rippenrohre und Wärmeüberträger.

  • Auch Gleitlager und Systemkomponenten gehören zur Produktpalette.

  • Rund 7.000 Mitarbeiter sind weltweit für Wieland tätig.

  • Im Geschäftsjahr 2016/17 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 2,5 Milliarden Euro.

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