Goldbarren und Goldmünzen

Goldbarren oder Goldmünzen?

Gold als Investment oder als wertvolles Geschenk zu einem besonderen Anlass.

Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren Goldmünzen gängiges Zahlungsmittel. Heute sind sie als Geldanlage geschätzt, als Sammelobjekt begehrt und als Geschenk für besondere Anlässe beliebt. Von ihrer Faszination haben sie nichts verloren. Gold gilt vielen als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Der Goldpreis kann aber stark schwanken, so dass das Risiko von Verlusten besteht. Eine Beimischung von Gold ist aber dennoch sinnvoll, um das Vermögen über verschiedene Anlageklassen zu streuen und das Risiko insgesamt zu minimieren.
Tipp: Mit der regelmäßigen Investition kleinerer Beträge über einen längeren Zeitraum können Anleger:innen von einem guten Durchschnittspreis profitieren und ein zusätzliches Vermögen aufbauen

Goldbarren oder Goldmünzen?

Physisches Gold ist die naheliegende Lösung, wenn es darum geht, Gold zu kaufen. Schließlich bietet es die Möglichkeit, das Gold in den eigenen Händen zu halten. Jedoch stehen Anleger:innen vor der Entscheidung, in Barren oder Münzen anzulegen. Egal, ob Sie das goldene Metall in Barren- oder Münzenform erwerben, immer sollte das Feingewicht im Fokus stehen. Gold wird in Feinunzen oder in Gramm erworben und gehandelt. Für größere Beträge eignen sich Barren ab einer Feinunze aufwärts. Bei Goldbarren sollte auch an einen späteren Verkauf bzw. Teilverkauf gedacht werden. Wer zehn Barren zu je 100 Gramm oder vier Barren zu je 250 Gramm statt eines 1-Kilo-Barrens kauft, kann später auch Teile seines Gold-Investments verkaufen. Der höheren Flexibilität stehen jedoch höhere Kosten gegenüber.

Auch Goldmünzen gibt es in verschiedenen Stückelungen.  Im Handel werden Stückelungen zwischen einer Zehntel und einer Unze angeboten. Wichtig ist, sogenannte Anlagemünzen zu kaufen. Sie sind international anerkannt. Allerdings sind Anlagemünzen durch den Aufpreis für die Prägung bei gleichem Feingewicht teurer als Barren. Sie sind sogar offiziell als Zahlungsmittel zugelassen, allerdings nur in dem jeweiligen Land und in Höhe ihres Nennwerts.

Münzen aus Edelmetall – kluge Anlage oder Sammelpassion?

Was für ein Investment in Münzen spricht.
  • Gold hat in der Vergangenheit seine Kaufkraft erhalten.
  • Risiken streuen: Gold entwickelt sich oft entgegengesetzt zu anderen Anlageklassen.
  • Je nach Situation des Kunden und seiner persönlichen Ziele kann es sinnvoll sein 5 - 10 % des liquiden Vermögens in physisches Gold anzulegen.
  • Goldmünzen sind emotional: Freude am Thema Gold und an der Geschichte von Münzen.
  • Historische Münzen können einen Sammlerwert erreichen.
  • Bei Anlagemünzen fällt keine Mehrwertsteuer an und Gewinne aus dem Verkauf sind bei einer Haltefrist von 12 Monaten steuerfrei.
Worauf Sie bei Münzen achten müssen.
  • Goldkurs und Preise für Anlagemünzen können stark schwanken.
  • Zusätzlich Wechselkursrisiko EUR/USD (Gold wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt).
  • Hoher Aufschlag macht kleine Stückelungen weniger attraktiv.
  • Da Gold keine Zinsen zahlt, gewinnen verzinste Anlageformen bei steigenden Zinsen an Attraktivität.
  • Gold ist eine langfristige Anlage. Gewinne ergeben sich aus einem eventuell steigenden Goldpreis.
  • Aufbewahrung in einem sicheren Tresor notwendig

Die besten Goldmünzen zur Geldanlage

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Anlagemünzen und Sammlermünzen. Anlagemünzen dienen der Geldanlage. Der Preis einer Anlagemünze setzt sich aus dem reinen Materialwert sowie einem kleinen Aufschlag für die Prägung zusammen. Oft sind Anlagemünzen auch gesetzliches Zahlungsmittel, jedoch liegt bei Anlagemünzen aus Gold der aufgeprägte Nennwert immer weit unter dem tatsächlichen Wert. Für die Geldanlage bieten sich zum Beispiel weit verbreitete Münzen wie der südafrikanische Krügerrand, der kanadische Maple Leaf, American Eagle oder Australian Kangaroo an. Bei Sammlermünzen ist für den Wert nicht nur das Material ausschlaggebend, sondern auch andere Faktoren. Münzsammler interessiert vor allem die Seltenheit einer Münze: Dinge wie das Alter einer Münze, das Ausgabejahr oder bestimmte Merkmale bestimmen, wie viel ein Sammler für eine Münze zu zahlen bereit ist.

Krügerrand

Der Krügerrand (in Deutschland ist die Schreibweise mit Umlaut üblich) ist die älteste Anlagemünze der Welt. Sie wurde erstmals 1967 von der South African Mint aufgelegt. Der Name der Goldmünze ist eine Wortkombination aus dem Namen des südafrikanischen Politikers und Generals Paul Kruger (1825 – 1904) und der südafrikanischen Währung Rand. Auf der Vorderseite der Münze ist ein Portrait von Paul Kruger zu sehen, auf der Rückseite ein südafrikanischer Springbock. Die Münze hat keinen aufgeprägten Nennwert

Maple Leaf

Die kanadische Goldmünze Maple Leaf wird seit 1979 von der Royal Canadian Mint geprägt. Die Vorderseite zeigt das kanadische Nationalsymbol – das Ahornblatt. Auf der Rückseite der Münze ist ein Portrait von Königin Elisabeth II. zu sehen. Die Zweisprachigkeit in Kanada (englisch und französisch) findet sich auch auf der Münze wieder: „FINE GOLD 1 OZ OR PUR“. Diese Münze weist eine besonders hohe Feinheit von 999,9/1000 auf.

American Eagle

Der American Eagle wird seit dem Jahr 1986 von der United States Mint als Anlagemünze herausgegeben. Auf der Vorderseite der Münze ist Lady Liberty, die Freiheitsgöttin, abgebildet. Sie trägt in der einen Hand eine Fackel und in der anderen einen Ölzweig. Die Strahlen im Hintergrund sollen den Sonnenaufgang symbolisieren. Auf der Münzrückseite kann man das amerikanische Wappentier sehen, den Weißkopfseeadler.

Känguru

Die Goldmünze Australian Kangaroo wird seit 1986 von der Perth Mint geprägt. Zunächst war auf der Goldmünze das berühmte in Australien gefundene Welcome-Stranger-Nugget abgebildet, weshalb die Münze anfangs auch Australian Nugget genannt wurde. Das Nugget („Goldklumpen“) wurde 1990 durch ein jährlich wechselndes Känguru-Motiv ausgetauscht. Auf der Rückseite ist Königin Elisabeth II. zu sehen.

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Wissenswertes zu Goldbarren und Goldmünzen:

  • Feinunze ist die gängige Einheit im Edelmetallhandel und vor allem bei Münzen sehr gebräuchlich. Eine Feinunze wiegt rund 31,1 Gramm (exakt 31,1034768 g). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist von der Unze (Kurzform: 1 oz) gesprochen, wobei bei Edelmetallen aber grundsätzlich die Feinunze gemeint ist. Auch der Kurs von Edelmetallen, zum Beispiel der Goldkurs, wird in US-Dollar beziehungsweise Euro je Feinunze angegeben. Wenn Sie also hören oder lesen: „ Gold steht bei 1.200 US-Dollar“, bedeutet dies: Der Preis für eine Feinunze Gold beträgt 1.200 USD.
  • Das Feingewicht, auch Feingehalt genannt, gibt an, wie viel reines Edelmetall zum Beispiel in einer Goldmünze enthalten ist (der reine Edelmetallanteil). Das Raugewicht ist das Gesamtgewicht der Münze oder des Barrens. Es kann je nach Feinheit der Legierung etwas höher liegen.
  • Bei Goldbarren wird das Feingewicht, abgesehen von wenigen Ausnahmen, überwiegend in Gramm (g) oder Kilogramm (kg) angegeben. Handelsübliche Goldbarren-Einheiten sind 1 g, 2 g, 2,6 g, 5 g, 10 g, 20 g, 1 oz, 50 g, 100 g, 250 g, 500 g, 1 kg. Ausnahme ist hier zum Beispiel der 1-oz-Goldbarren.
  • Münzen haben eine Währungsbezeichnung und einen aufgeprägten Nominalwert und sind offizielles Zahlungsmittel im jeweiligen Heimatland. Sie werden im Auftrag der jeweiligen Regierung geprägt. Münzen werden aber im allgemeinen Zahlungsverkehr nicht zum aufgeprägten Nennwert verwendet, da der Edelmetallwert normalerweise deutlich höher liegt.
  • Medaillen sind kein offizielles Zahlungsmittel, sondern eine Gedenk- oder Schauprägung. Sie werden zu besonderen Gelegenheiten geprägt und können von jedermann beliebig gestaltet und ausgegeben werden.
  • Bei Sammelmünzen sind die Preise – im Gegensatz zu Anlagemünzen – losgelöst vom Metallwert der Münze. Sie richten sich nach Auflagenhöhe, ästhetischen oder historischen Gründen oder der Motivation von Sammlern. Im Vordergrund steht der Seltenheitswert.
  • Dieses spezielle Marktsegment wird auch als Numismatik bezeichnet (streng genommen sind Numismatiker Menschen, die sich wissenschaftlich mit Münzen beschäftigen, häufig für Museen oder vereinzelt für Münzhändler).
  • Die HypoVereinsbank beispielsweise nimmt numimatische Münzen zum Ankauf entgegen. Für diese Aufträge schaltet sie Münzfachhändler ausgewiesener Fachverbände wie den Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels e.V. oder den Verband der deutschen Münzenhändler e.V. ein.

Sichere Aufbewahrung von Goldbarren und Goldmünzen

Wer sich entscheidet, Geld in physisches Gold zu investieren, muss sich Gedanken über die sichere Verwahrung machen. Die wohl sicherste Art, Wertanlagen wie Goldbarren und Goldmünzen zu verwahren, ist ein gemietetes Bankschließfach. Diese sind jedoch nur an Werktagen und den üblichen Öffnungszeiten der Banken zugänglich. Alternativ besteht auch die Möglichkeit, die Goldbarren und Goldmünzen in einem privaten Tresor zu lagern. Hierbei sollte es sich um einen festinstallierten Tresor handeln. Eine mobile Geldkassette reicht für eine sicherere Verwahrung der wertvollen Barren und Münzen nicht aus. Sie schützt diese zwar vor Schmutz und Beschädigungen, stellt allerdings für einen Dieb kein Hindernis dar. Bitte denken Sie auch daran, dass bei  größeren Vermögenswerten ein zusätzlicher Versicherungsschutz notwendig sein kann.

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