Anlegen in Gold: Wie Sie richtig in Gold investieren

Anlegen in Gold

Wie Sie richtig in Gold investieren.

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Aktien, Fonds, Zertifikate, ETCs oder physisches Gold: Es gibt viele Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Finden Sie die für Sie richtige.

Das gelbe Metall fasziniert die Menschen schon seit Tausenden von Jahren. Was Anleger wissen müssen, die in physisches Gold investieren wollen.

Zur Faszination des gelben Metalles hat auch Goethe ein Stück beigetragen. „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles!“, lässt er im „Faust“ Gretchen sagen. Bei Anlegern steht Gold heute für Sicherheit und Stabilität, doch Goldmünzen faszinieren Sammler auch jenseits des Materialwertes.

Die Begehrtheit des gelben Metalls ist eine stetige Konstante in der Geschichte der Menschheit: Ob in der Bibel, bei den Maya, den Ägyptern, den Azteken oder den US-amerikanischen Siedlern: Kein anderes Metall übt eine so große Anziehungskraft aus.

Johannes Horn Leiter Gold und Sortenhandel, HypoVereinsbank (HVB)
"Gold wird immer einen Wert haben."
Johannes Horn
Leiter Gold und Sortenhandel, HypoVereinsbank (HVB)

Gold gilt als Krisenwährung und als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten. Nicht nur die Beliebtheit, auch die Knappheit macht das Edelmetall zu einer Wertanlage, die schon viele Währungen und Zivilisationen überlebt hat. Und es ist selten: Würde man heute sämtliches auf der Welt verfügbares Gold einschmelzen und daraus einen Würfel gießen, hätte dieser nur eine Kantenlänge von 21 Metern.

„Gold wird immer einen Wert haben“, sagt Johannes Horn, Leiter Gold- und Sortenhandel bei der HypoVereinsbank. Zu einem gut diversifizierten Portfolio gehöre auch das gelbe Metall. „Eine Beimischung von bis zehn Prozent des liquiden Vermögens ist dabei durchaus sinnvoll“, so der Experte. Anleger können in den Rohstoff per Barren oder Münzen investieren, aber auch durch Wertpapiere, die den Goldkurs abbilden wie Goldaktien oder Goldfonds.

Goldnachfrage unterteilt nach Branchen

Gold ist ein begehrter Rohstoff. Die Infografiken zeigen, welche Wirtschaftszweige den höchsten Bedarf an dem Edelmetall haben.

Goldnachfrage unterteilt nach Branchen


Physisches Gold ist eine langfristige Anlage

„Der Anlagehorizont sollte aber  langfristig ausgerichtet sein“, sagt Horn, also mindestens fünf bis zehn Jahre. Denn wie die vergangenen Jahre gezeigt hätten, können die Preise und Kurse stark schwanken.

Klar sollte ebenfalls sein, dass physisches Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwirft. Eine Rendite oder Wertsteigerung ist allein durch steigende Preise des Metalls möglich. Physisches Gold wie Barren oder Münzen dient Anlegern zur langfristigen Absicherung ihres Vermögens .

Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar je Feinunze

Genauso wie Aktien unterliegt auch der Goldpreis Schwankungen. Langfristig gesehen ist er jedoch deutlich gestiegen.

Entwicklung des Goldpreises in US-Dollar je Feinunze


Direktes Investment

Es unterscheidet sich von der Anlage in an Gold gekoppelte Finanzprodukte wie Fonds, Zertifikate oder andere Wertpapiere. Diese Anlage ist ein direktes Investment in Gold und gilt in Deutschland nicht als Finanzprodukt. Da der Anleger bei einer Anlage in physisches Gold selbst Eigentümer des Goldes wird, unterliegt dieses keinem Herausgeber- beziehungsweise Emittentenrisiko (wenn der Herausgeber also beispielsweise insolvent wird).

Goldmünzen

Bis ins 20. Jahrhundert hinein waren Goldmünzen gängiges Zahlungsmittel. Heute sind sie Sammlerstück und Geldanlage. Von ihrer Faszination haben sie nichts verloren.


Investieren in Papier-Gold

Alternativ können Anleger auch in Goldminen und Goldförderunternehmen investieren, indem sie deren börsengehandelte Aktien ordern. Dadurch sind sie indirekt über den Erfolg oder Misserfolg dieser Firmen am Goldmarkt beteiligt. Anleger können somit von der Goldpreis-Entwicklung profitieren und wie bei Aktienanlagen jederzeit ein- oder aussteigen.

Investitionen in Branchenunternehmen sind jedoch aufgrund der starken Bindung zum Goldpreis auch meist stark schwankungsanfällig, also volatil. Diese Firmen unterliegen aufgrund des hohen Energie- und Arbeitskräftebedarfes extrem hohen Produktionskosten, die den Unternehmensgewinn – auch bei steigendem Goldpreis – schmälern können.

In Gold zu investieren, ist seit 2003 in Deutschland auch über ETCs – Exchange Traded Commodities – möglich. Anleger können somit von der Goldpreis-Entwicklung profitieren, um wie bei Aktienanlagen jederzeit ein- oder aussteigen zu können.

Exchange Traded Commodities (ETCs)

Merkbox: Exchange Traded Commodities (ETCs)

Was sind die Besonderheiten von ETCs?

ETCs
sind börsengehandelte Wertpapiere, die Anlegern eine Investition in Rohstoffe ermöglichen, ohne den Rohstoff physisch zu erwerben. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um Schuldverschreibungen der Emittenten. Die Schuldverschreibungen werden in der Regel mit dem entsprechenden Rohstoff physisch besichert.

Sowohl bei Wertpapieren als auch bei physischen Investments entstehen Nebenkosten. Beim Wertpapierhandel sind es zum Beispiel Order- und Depotgebühren. Möchten Anleger ihre Barren und Münzen in einem Schließfach bei einer Bank aufbewahren, fallen dafür ebenfalls Kosten an.

 „Mit den Prognosen für die Entwicklung des Goldpreises haben Fachleute schon häufig falsch gelegen. Eine sichere Vorhersage ist deshalb so schwierig, weil der Goldpreis von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird“, sagt Wilhelm Kilger, Produktmanager Private Banking bei der HVB.

Was den Goldpreis bestimmt:

  • Goldangebot (Minenproduktion)
  • Nachfrage nach physischem Gold, insbesondere der asiatischen Schwellenländer, Schmuckindustrie (die Nachfrage in Indien zum Beispiel steigt vor allem in der Hochzeitssaison; üppige Goldgeschenke für die Brautleute sind dort Tradition), Zentralbanken und Großinvestoren (ETFs/ETCs)
  • Für Anleger in Euro: Entwicklung des US-Dollar (Gold wird auf dem Weltmarkt in US-Dollar gehandelt)
  • Steigende oder fallende Zinsen (da Gold keine Zinsen zahlt, gewinnen verzinste Anlageformen bei steigenden Zinsen an Attraktivität)
  • Inflation (gilt als zuverlässiger Treiber des Goldpreises)
  • Angst vor einer Finanzmarktkrise, einer Währungsreform oder einem politischen Zusammenbruch: Bei Unsicherheit gewinnt derGoldpreis; er verliert an Wert, wenn das Anleger-Vertrauen in andere Anlageformen wieder zurückkehrt
Wilhelm Kilger Produktmanager Private Banking, HVB
"Wer Gold kaufen möchte, hat häufig den Wunsch in eine krisensichere Form der Geldanlage zu investieren, die einen gewissen Schutz vor Inflation und Währungskrisen bietet."
Wilhelm Kilger
Produktmanager Private Banking, HVB

Gold als Geschenk zu besonderen Anlässen (zum Beispiel Kommunion, Hochzeit oder Weihnachten), Schutz des Vermögens vor Inflation und Kaufkraftverlust (Werterhalt) durch langfristig orientierte Anleger und Freude am Besitz von Gold und am Sammeln historischer Münzen sind für den Experten Kilger die drei wesentlichen Motive für Privatleute, physisches Gold zu kaufen.

Wer in Gold investieren möchte, sollte vorher genaue Überlegungen anstellen. Neben dem Anlageziel und der Höhe des Anlagebetrags ist auch die gewünschte Anlagedauer wichtig. Bei physischem Gold steht der Anleger zudem vor der Entscheidung, in Barren oder Münzen anzulegen. Bei Goldbarren sollte auch an einen späteren Verkauf gedacht werden. Wer zehn Barren zu je 100 Gramm oder vier Barren zu je 250 Gramm statt eines 1-Kilo-Barrens kauft, kann später auch Teile seines Gold-Investments verkaufen. Der höheren Flexibilität stehen jedoch höhere Kosten gegenüber.

Nachhaltiges Gold

Seit einigen Jahren wird ein weiterer Aspekt immer wichtiger: die Frage nach der Nachhaltigkeit des Goldes. Hintergrund: Die Goldgewinnung ist sehr arbeitsintensiv, die Minenarbeit hart und gefährlich. Gemeinden, die vom Bergbau leben, fehlt es häufig an Infrastruktur und sauberem Trinkwasser. Auch Aspekte wie Förderung des Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutzes sowie das Verbot von Kinderarbeit, der Zugang zu Schulbildung und Gesundheitsversorgung spielen eine wichtige Rolle.

Organisationen wie Fairtrade oder Kooperativen wie Oro Verde in Kolumbien möchten hier Pionierarbeit leisten und engagieren sich für den besseren Schutz von Mensch und Umwelt im Bergbau. Ähnlich wie bei anderen Produkten, die aus Rohstoffen gewonnen werden – etwa Kaffee und Schokolade – zahlen Konsumenten auch hier für die nachhaltigen Produkte einen höheren Preis als für die herkömmlich produzierten Waren.

Goldreserven der Länder

In der Infografik sehen Sie, wie sich die Goldreserven verschiedener Staaten, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank seit dem Jahr 2000 entwickelt haben. Mit dem Schieberegler unterhalb der Grafik können Sie den Betrachtungszeitraum bis zum Jahr 2018 verändern.

Goldreserven der Länder


Gold als Anlage – ein Fazit

  • Gold kann ein wichtiger Baustein in einem breit gestreuten Anlage-Portfolio sein
  • Die Höhe des Gold-Anteils richtet sich nach der Situation des Kunden und seinen persönlichen Zielen
  • Physisches Gold eignet sich als langfristige Wertanlage (10, 15 oder 20 Jahre) und sollte daher nicht kurzfristig bewertet und spekulativ gehandelt werden
  • Eine Anlage in Gold ist nur für Kapitalanleger geeignet, die damit verbundene Kursrisiken tragen können (Goldpreis-Schwankung und USD-Kursänderung)
  • Physisches Gold ist ein Sachwert, der eine sichere Verwahrung und Schutz gegen Diebstahl oder Verlust erfordert
  • Physisches Gold zahlt keine Zinsen oder Dividenden. Als Anleger profitieren Sie nur von einem möglicherweise steigenden Goldpreis
Was Sie über Gold wissen sollten

Infobox: Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist eine Unze? Was das Feingewicht? Worin unterscheiden sich Münzen von Medaillen?
  • Feinunze ist die gängige Einheit im Edelmetallhandel und vor allem bei Münzen sehr gebräuchlich. Eine Feinunze wiegt rund 31,1 Gramm (exakt 31,1034768 g). Im allgemeinen Sprachgebrauch wird meist von der Unze (Kurzform: 1 oz) gesprochen, wobei bei Edelmetallen aber grundsätzlich die Feinunze gemeint ist.
  • Auch der Kurs von Edelmetallen, zum Beispiel der Goldkurs, wird in US-Dollar beziehungsweise Euro je Feinunze angegeben. Wenn Sie also hören oder lesen: „Gold steht bei 1.200 US-Dollar“, bedeutet dies: Der Preis für eine Feinunze Gold beträgt 1.200 USD
  • Das Feingewicht wird auch Feingehalt genannt. Es gibt an wie viel reines Edelmetall zum Beispiel in einer Goldmünze enthalten ist (der reine Edelmetallanteil).
  • Das Raugewicht ist das Gesamtgewicht der Münze oder des Barrens. Es kann je nach Feinheit der Legierung etwas höher liegen.
  • Beispiel Krügerrand: Die südafrikanische Goldmünze hat einen Feingehalt von 916,6/1000. Bei 1.000 Teilen entfallen also 916,6 Teile auf Gold. Die Münze besteht somit zu 91,66 Prozent aus reinem Gold (Feingold). Das Feingewicht des Krügerrands (1 oz) beträgt eine Feinunze beziehungsweise eine Unze Gold, also 31,103 g. Das Gesamt- oder Raugewicht liegt mit 33,93 g um etwa 2,8 g über dem Feingewicht.
  • Beispiel Gold Maple Leaf: Die Münze der Royal Canadian Mint hat einen Feingehalt von 999,9/1000. Auf 1.000 Gewichtsanteile entfallen 999,9 Anteile Gold. Das Feingewicht von einer Feinunze Gold und das Raugewicht sind hier so gut wie identisch.
  • Bei Goldbarren wird das Feingewicht, abgesehen von wenigen Ausnahmen, überwiegend in Gramm (g) oder Kilogramm (kg) angegeben. Handelsübliche Goldbarren-Einheiten sind 1 g, 2 g, 2,5 g, 5 g, 10 g, 20 g, 1 oz, 50 g, 100 g, 250 g, 500 g und 1 kg. Ausnahme ist hier zum Beispiel der 1-oz-Goldbarren.
  • Münzen haben eine Währungsbezeichnung und einen aufgeprägten Nominalwert und sind offizielles Zahlungsmittel im jeweiligen Heimatland. Sie werden im Auftrag der jeweiligen Regierung geprägt. Münzen werden aber im allgemeinen Zahlungsverkehr nicht zum aufgeprägten Nennwert verwendet, da der Edelmetallwert normalerweise deutlich höher liegt.
  • Medaillen sind kein offizielles Zahlungsmittel, sondern eine Gedenk- oder Schauprägung. Sie werden zu besonderen Gelegenheiten geprägt und können von jedermann beliebig gestaltet und ausgegeben werden
  • Bei Sammlermünzen sind die Preise – im Gegensatz zu Anlagemünzen – losgelöst vom Metallwert der Münze. Sie richten sich nach Auflagenhöhe, ästhetischen oder historischen Gründen oder der Motivation von Sammlern. Im Vordergrund steht der Seltenheitswert.
  • Dieses spezielle Marktsegment wird auch als Numismatik bezeichnet (streng genommen sind Numismatiker Menschen, die sich wissenschaftlich mit Münzen beschäftigen, häufig für Museen oder vereinzelt für Münzhändler).
  • Die HypoVereinsbank beispielsweise nimmt numismatische Münzen zum Ankauf (Inkasso) entgegen. Für diese Aufträge schaltet sie Münzfachhändler ausgewiesener Fachverbände wie den Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels e.V. oder den Verband der deutschen Münzenhändler e.V. ein.
Sie haben eine Frage? Wir stehen Ihnen zur Verfügung.
Persönliche Beratung
Standort suchen