Rohstoffmanagement

Professionelle Preissicherung und Clearing von Rohstoffen.

Ob CO2, Energie oder Metalle: Die Preise von Roh- und Grundstoffen können Ihre Bilanz entscheidend beeinflussen. Mit der UniCredit Bank AG haben Sie einen erfahrenen Partner an Ihrer Seite. Wir helfen Ihnen, die Rohstoffmärkte erfolgreich in den Griff zu bekommen.

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • Beratungskompetenz:
    im klassischen Absicherungsgeschäft über Finanzderivate für den deutschen Mittelstand sowie multinationale Konzerne in den Kernmärkten Deutschland, Frankreich, Schweiz und UK; zusätzlich Angebot zahlreicher Rohstoff-Finanzierungsprodukte wie Edelmetalldarlehen oder CO2-REPO-Transaktionen

  • Expertise:
    eine tiefe, fachliche Expertise im Commodity Clearing rundet unsere Produktpalette im Rohstoffspektrum als Mitglied an der Intercontinental Exchange für Erdgas & Öl (ICE), der London Metal Exchange für Industriemetalle (LME) und der European Energy Exchange für Erdgas & Strom (EEX) ab

  • Erfahrung:
    als eine der größten aktiven Banken im europäischen CO2-Zertifikatehandel

Die Risiken am Rohstoffmarkt beherrschen.

Der 21. April 2020 wird am Ölmarkt noch lange in Erinnerung bleiben. Zum ersten Mal in der Geschichte des modernen Ölhandels kippte der Preis der US-Ölsorte WTI ins Negative. Anders gesagt: Wer Rohöl verkaufen wollte, bekam nicht etwa Geld dafür. Er musste sogar zuzahlen.  In der Spitze kostete es Ölhändler an der New Yorker Rohstoffbörse NYMEX bis zu 40 Dollar pro Barrel, damit andere Marktteilnehmer ihnen das Öl überhaupt noch abnahmen. Börsenhandel paradox. Mittlerweile sind die Preise der Marke West Texas Intermediate trotz Corona Krise und weltweiter Lock-Downs wieder deutlich gestiegen.

Das Beispiel macht deutlich, welche Preiskapriolen bei Rohstoffen, die an den weltweiten Börsen gehandelt werden, möglich sind. „Für Unternehmen, die für die Herstellung ihrer Produkte auf Materialien wie beispielsweise Stahl, Aluminium, Edelmetalle oder eben auch Öl angewiesen sind und oft genug knapp kalkulieren müssen, sind solche Preisschwankungen viel zu riskant“, sagt Christian Winkler, Head of Commodities Sales Germany bei der UniCredit Bank AG. „Auch wenn beim negativen Ölpreis wie im April 2020 natürlich einige Sonderfaktoren hinzukamen, die nicht alltäglich sind.“

Unternehmen benötigen Planungssicherheit in der Produktion.

Christian Winkler ist Leiter des Rohstoff-Sales-Bereichs. Mit seinem sechsköpfigen Team berät der Derivate-Experte seit nunmehr 15 Jahren Unternehmen, wie sie sich gegen Schwankungen am Rohstoffmarkt absichern können. Zu seinen Kunden gehören multinationale Konzerne genauso wie Unternehmen des gehobenen Mittelstands. „Unsere Kunden benötigen Planungssicherheit. Deswegen entwickeln wir Lösungen, mit denen sie den geplanten Rohstoffbedarf preislich absichern können.“

Präzise Analysen des Rohstoffbedarfs sind für Firmen das A und O.

Die Experten nutzen dafür das gesamte Instrumentarium der Finanztermingeschäfte. „Planung ist dabei das A und O“, sagt Winkler: „Um am Rohstoffmarkt erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen präzise analysieren, welche Rohstoffe sie in Zukunft benötigen und welche Abhängigkeiten von potenziellen Marktentwicklungen existieren.“ Gemeinsam mit seinem Team berät Winkler die Unternehmen dabei, mit welchen Finanzinstrumenten sie sich gegen Rohstoffrisiken schützen können. „Mit Spekulation hat das nichts zu tun, im Gegenteil: Es geht um Risikomanagement. Das ist für viele Unternehmen existenziell“, stellt er klar.

So könne beispielsweise ein Automobilhersteller den Materialbedarf für die nächste Serie eines Modells im Vorfeld errechnen. Mit Hilfe eines Finanztermingeschäfts, etwa einem Swap, könne er sich den Preis für den Bezug der erforderlichen Materialien über einen bestimmten Zeitraum sichern. Preisschwankungen, wie sie an den Rohstoffmärkten gang und gäbe sind, können ihm dann nicht mehr schaden.

„Mit Hilfe von Rohstoffpreisabsicherungen sorgen Unternehmen dafür, dass ihre Kalkulationen aufgehen und sie keine bösen Überraschungen erleben. Für viele Unternehmen sind solche Garantien überlebenswichtig“, sagt Christian Winkler.
Rohstoffmanagement Christian Winkler

Termingeschäfte: Komplex, aber wirksam

Die Finanzmärkte bieten für solche Zwecke eine schier unübersehbare Fülle an Instrumenten. Die Bandbreite reicht von klassischen Festpreisgeschäften wie börsengehandelten Futures über außerbörslich gehandelten Swaps bis zu Optionen. Damit lassen sich kurzzeitige Schwankungen ebenso abfedern wie langfristige Preisrisiken. Oft kommen bei solchen Derivategeschäften auch noch Finanzierungskomponenten wie zum Beispiel Vorauszahlungen oder verlängerte Zahlungsziele hinzu. 

Bei einem OTC Swap vereinbart der Kunde einen einmaligen oder periodischen Austausch von Zahlungsströmen auf Basis einer zugrundeliegenden Bezugsmenge eines Rohstoffes. Der Käufer eines Swaps zahlt dabei einen vereinbarten Festpreis und erhält gleichzeitig den für den jeweiligen Berechnungszeitraum ermittelten variablen Preis. Es erfolgt ein Barausgleich (Netting der Zahlungsströme) und keine physische Lieferung des Basiswertes (Rohware). Bei einem Rohwaren-Swap fällt bei Vertragsabschluss grundsätzlich keine Prämienzahlung an. Kombiniert ein Kunde den Swap als Sicherungsinstrument mit einem entsprechenden Grundgeschäft, ist er im Idealfall ab dem vereinbarten Festpreis vor steigenden variablen Preisen geschützt, profitiert jedoch nicht von variablen Preisen unter dem Festpreis.

Geschäfte mit Optionen hingegen funktionieren anders. Hier sichert sich der Käufer gegen steigende oder fallende Preise ab und bezahlt dafür eine Prämie. Im Unterschied zu einem OTC-Swap besteht bei einem Optionsgeschäft keine Ausübungsverpflichtung. Der Käufer einer Kaufoption (Long Call) erwirbt gegen Zahlung einer Prämie an den Verkäufer der Option das Recht, den Basiswert in einer bestimmten Menge und zu einem im Voraus vereinbarten Basispreis (Preisobergrenze) zu erwerben. Die Höhe der Prämie wird zum Vertragsabschluss vereinbart und ist u. a. abhängig von der Laufzeit der Option, der Höhe des Basispreises sowie der Volatilität des zugrunde liegenden Basiswertes. Bei einer gekauften Rohwaren-Kaufoption erfolgt zum Fälligkeitszeitpunkt ein Differenzausgleich in Geld (Barausgleich). Kombiniert ein Kunde die gekaufte Kaufoption als Sicherungsinstrument mit einem entsprechenden Grundgeschäft, ist er im Idealfall ab der Preisobergrenze vor steigenden variablen Preisen geschützt und profitiert, abhängig von seiner Ausgangssituation, von niedrigeren variablen Preisen.

Commodity Solutions

Absicherungsmöglichkeiten

Rohstoffe
  1. CO2 Zertifikate
  2. Erdgas
  3. Industrie- & Edelmetalle
  4. Ölprodukte
  5. Stahlprodukte
  6. Strom
Finanzinstrumente
  1. Spot-Transaktionen
  2. Forwards
  3. Swaps
  4. Call-Optionen
  5. Put-Optionen
  6. Options-Strukturen

Edelmetall-Darlehen

  • Finanzierung und Preisabsicherung von Edelmetallbeständen während des Produktions- bzw. Recyclingprozesses
  • Metalle
    - Gold, Silber, Palladium und Platin
    - alle Edelmetalle werden LOCO London und Loco Zürich gehandelt

CO2 Management Solutions

  • Betreuung von Unternehmen, die verpflichtend am EU-Zertifikatehandel ("EU-ETS") teilnehmen
  • CO2-Optionen
  • Finanzierung von EUA-Zertifikatebeständen über REPO-Transaktionen
  • Sicherungsgeschäfte auf Durchschnittspreisbasis

Margin Call Finanzierungslösungen

  • interessant für Unternehmen, die gewöhnlich ihre Rohstoffrisiken mit börsengehandelten Derivaten absichern
  • Übernahme des Margin Call Risikos durch die Bank
  • Rohstoffe:
    - EEX: Gaspool, NCG, Phelix Baseload
    - ICE: CO2, Crude Oil, Gasoil, TTF
    - LME: Aluminium, Copper, Lead, Nickel, Tin, Zinc

 

Commodity Clearing Services

UniCredit bietet Commodity Clearing Services an folgenden Börsen an:

  • EEX
  • ICE
  • LME (ab Q4/2021)

Bei Rohstoffderivaten stehen Unternehmenskunden im Fokus.

Die UniCredit Bank AG orientiert sich im Rohstoff-Derivatehandel konsequent am Bedarf ihrer Kunden. „Die UniCredit-Gruppe ist eine der größten Kreditgeber in Europa. Deswegen konzentrieren wir uns auch im Derivate-Geschäft auf Rohstoffe, die für unsere Unternehmenskunden besonders wichtig sind, nämlich vor allem Energie-Rohstoffe und Metalle“, erklärt Winkler. Der Energie-Bereich umfasst unterschiedliche Ölprodukte wie Diesel oder Heizöl, aber auch Gas und Strom. Bei Metallen werden vor allem Industriemetalle wie beispielsweise Aluminium, Kupfer, Zink oder Nickel gehandelt. Doch auch bei Edelmetallen wie Gold, Silber, Platin oder Palladium besteht großer Bedarf an Absicherungs- und Finanzierungsgeschäften. 

Auch der Handel von CO2-Zertifikaten spielt eine immer größere Rolle – hier zählt die UniCredit Bank AG zu den Top-Banken in Europa. Besonders energieintensive Unternehmen sind in der Europäischen Union  verpflichtet, am CO2-Zertifikatehandel teilzunehmen und für ihre Produktion die entsprechenden Verschmutzungsrechte vorzuweisen. Hat ein Unternehmen mehr Rechte, als es benötigt, kann es diese am Mark verkaufen, besteht eine Unterdeckung müssen die Emissionsrechte zugekauft werden. Der Gesetzgeber schafft auf diese Weise einen Anreiz, möglichst umweltfreundlich zu produzieren. 

Der Commodity-Handel der UniCredit-Gruppe ist in London, München und Mailand angesiedelt. Die Bank ist Mitglied an den wichtigsten Europäischen Rohstoffbörsen:

  • der European Energy Exchange (Gas, Strom),
  • der London Metal Exchange (Industriemetalle)
  • und der Intercontinental Exchange (CO2, Gas, Öl).

Die Bank agiert dabei nicht als Broker, sondern handelt primär aus eigenen Büchern und ist deshalb permanent am Markt aktiv. „Und da wir zugleich über ein großes und relativ ausgewogenes Kundenportfolio aus Produzenten, Händlern und Verbrauchern verfügen, sind wir in der Lage, sehr wettbewerbsfähige Preise zu stellen“, hebt Winkler hervor.

Commodity Underlyings

Oil & Energy

Oil
  1. ICE Brent
  2. Diesel
  3. Gasoline
  4. Gasoil
  5. Jet Fuel
  6. Naphtha
  7. Premium Unleaded
Power
  1. PHELIX - German Power
  2. PUN - Italian Power
  3. POWERNEXT - French Power
  4. SWISSIX - Swiss Power
  5.  
  6.  
  7.  
CO2
  1. EUA Spot
  2. EUA Forward
  3. EUA Cash Settled Options
  4.  
  5.  
  6.  
  7.  
Natural Gas
  1. TTF - Dutch
  2. NCG/GASPOOL - German
  3. PSV - Italian
  4. VTP - Austrian
  5. NBP - UK
  6. Henry Hub - U.S.
  7.  

Metals / Steel

Base Metals
  1. Aluminium
  2. Aluminium Premium
  3. Cobalt
  4. Copper
  5. Lead
  6. Molybdenum
  7. Nickel
  8. Tin
  9. Zinc
Precious Metals
  1. Gold
  2. Silver
  3. Palladium
  4. Platinum
  5.  
  6.  
  7.  
  8.  
  9.  
Steel Products
  1. Iron Ore
  2. Coking Coal
  3. LME Scrap
  4. LME Rebar
  5.  
  6.  
  7.  
  8.  
  9.  
Solarpanel Windkraft

Commodity Clearing für Unternehmen wird weiter ausgebaut.

Darüber hinaus baut die UniCredit Bank AG ihr Angebot im Bereich Derivate-Abwicklung und Clearing weiter aus. Im Herbst 2019 hat die Bank eine Börsen- und Clearingmitgliedschaft für die European Energy Exchange (EEX) mit Sitz in Leipzig erworben und bietet institutionellen Kunden und Unternehmenskunden seither die Abwicklung von Derivate- und Spot-Geschäften an diesem Markt an. Die EEX ist Europas führender Handelsplatz für Strom, Erdgas und CO2-Emissionsrechte. Darüber hinaus werden dort auch Frachtprodukte, Metalle und Agrarprodukte gehandelt. Mit der UniCredit Bank AG als Clearingpartner an der Seite können Unternehmen an der EEX als Handelsteilnehmer selbständig agieren und ihren Bedarf abdecken.

Neben der EEX deckt die UniCredit zum Teil seit mehr als dreißig Jahren auch noch weitere Derivatehandelsplätze ab, darunter die EUREX (European Exchange), IDEM (Borsa Italiana), Euronext (Mehrländerbörse mit Sitz in Amsterdam und Paris) und ICE Europe, der Londoner Handelsplatz für Energie Futures. Somit ist für die Unternehmen der Zugang den zu wichtigen Handelsplätzen für Rohstoffe und Finanzderivate gewährleistet. Als Börsenmitglied stellt die UniCredit bei Bedarf den Unternehmen technischen Zugang zum Börsenhandel zur Verfügung und sorgt für den reibungslosen Ablauf sowie die anschließende Abwicklung und Dokumentation der getätigten Geschäfte.

Die UniCredit Bank AG, in ihrer Funktion als General Clearing Member an den verschiedenen Zentralen Gegenparteien, bietet ihren Kunden die Möglichkeit, über einen schlanken Setup auf alle gewünschten Märkte zuzugreifen. Sie stellt dabei Sicherheiten aus eigenen Mitteln für das gesamte Kundengeschäft bei der Zentralen Gegenpartei und bietet ihren Kunden ein erweitertes Spektrum an Möglichkeiten, ihren Sicherheitenanforderungen nachzukommen.

Eine Übersicht unseres umfangreichen Leistungsspektrums können Sie downloaden .

„Für viele Unternehmen, mit denen wir ohnehin schon eine intensive Geschäftsbeziehung pflegen, ist das Clearing ein weiterer wichtiger Geschäftsansatz.“
Oliver Kilian,
Clearing-Experte der UniCredit Bank AG
Rohstoffmanagement Oliver Kilian

Nur wenige Banken bieten Clearing-Service.

Die Nachfrage nach Clearing-Dienstleistungen ist hoch. Derzeit kommen fast im Wochenrhythmus neue Unternehmen hinzu. Sie schätzen die verlässliche Abwicklung, Fachkenntnis und den schnellen Service über digitale oder persönliche Kanäle. „Es gibt in Deutschland nur eine Handvoll Anbieter, die als Abwicklungsbank in Frage kommen und die in der Lage sind diesen Service für Kunden anzubieten.

Und natürlich ist es für beide Seiten hilfreich, wenn wir mit den Unternehmen schon an anderer Stelle erfolgreich zusammenarbeiten. Man kennt sich eben – und das beschleunigt den Prozess des Onboardings.“, sagt Oliver Kilian. Für den 38-jährigen Banker im Derivate-Team für Deutschland, Österreich und die Schweiz steht der Partnergedanke dabei im Mittelpunkt.