Auslandszahlungsverkehr

Wie das Geld nach China kommt.

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Wenn Unternehmen Geld ins Ausland überweisen müssen, brauchen sie eine leistungsstarke Bank an ihrer Seite. Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Erfahren Sie, was im Hintergrund passiert, welche Zahlungsmethoden es gibt und worauf Sie als Unternehmer besonders achten sollten.

Warum dauert das so lange? Und wieso kostet das so viel? Zwei typische Fragen, wenn es um grenzüberschreitende Bezahlvorgänge geht.

Ein Blick hinter die Kulissen der Banken zeigt, warum Überweisungen ins Ausland oft ganz schön knifflig sind und was Unternehmer tun können, damit im Zahlungsverkehr alles reibungslos klappt.

Nur mal angenommen, Sie hätten vor nicht allzu langer Zeit ein Unternehmen gegründet. Nach längerem Suchen haben Sie in der chinesischen Provinz einen Hersteller gefunden, der Ihnen ein wichtiges Bauteil in hervorragender Qualität und zu einem sehr guten Preis anfertigen wird. Nun gibt es noch ein Problem zu lösen: Wie senden Sie Ihr Geld zu Ihrem Lieferanten?

Jedes Unternehmen, das international aktiv ist, steht irgendwann vor der Frage, wie es den Zahlungsverkehr regelt. Innerhalb der Europäischen Union ist das dank SEPA mittlerweile zwar kein Problem mehr. Doch grenzüberschreitende Zahlungen sind immer noch komplex. „Mit einer einfachen Überweisung ist es nicht getan“, weiß Markus Meissner, Leiter Global Transaction Banking Region West bei der HypoVereinsbank.

Ein Geldtransfer in ein Land außerhalb des Europäischen Währungsraums in einer fremden Währung muss über mehrere Stationen hinweg abgewickelt werden. „Je exotischer die Bankverbindung des Empfängers ist, desto schwieriger wird es“, erläutert Meissner. Es lohnt sich also, genauer hinzuschauen. Zwar regeln Banken den Zahlungsprozess geräuschlos im Hintergrund. Doch im Detail gibt es durchaus Unterschiede, die sich spürbar auf die Performance auswirken.

Unkomplizierte Abwicklung.

Grundsätzlich lässt sich der Auslandszahlungsverkehr in den dokumentären Zahlungsverkehr (siehe Kasten) und Clean Payments unterscheiden. Von „Clean Payment“ spricht man, wenn an die Ausführung einer Zahlung keine weiteren Bedingungen geknüpft sind. Wegen der vergleichsweise einfachen Abwicklung und der geringen Kosten sind Clean Payments die häufigste Art der Bezahlung im internationalen Handel.

Elektronischen Banking-Systemen sei Dank sind Auslandsüberweisungen für die Unternehmer selbst relativ unkompliziert. Nach der Kontoeröffnung kann das Unternehmen damit seinen gesamten Zahlungsverkehr abwickeln. Für Überweisungen ins Ausland steht ein eigenes Menü zur Verfügung. „Die Dateneingabe ist dabei selbsterklärend“, versichert Meissner.

International wachsen

"Je weniger industrialisiert ein Land ist, desto schwieriger wird der Zahlungsverkehr.“

Markus Meissner
Leiter Global Transaction Banking Region West bei der HypoVereinsbank

Sollten dennoch Fragen auftreten, steht für die Kunden eine Servicehotline bereit. Die Experten stehen sowohl bei der Abwicklung wie auch bei technischen Fragestellungen mit Rat und Tat zur Seite. „Wenn der Rechner hängt, können sich unsere Techniker via Fernwartung auf das System des Kunden schalten und den Fehler direkt beheben“, versichert Meissner. Ein weiterer Vorteil: Das System übernimmt auf Wunsch selbstständig die vorgeschriebene Meldung an die Bundesbank.

Meldepflichten.

Größere Auslandszahlungen sind meldepflichtig. Details zu Grenzbeträgen und Fristen gibt es hier. Das müssen Sie in Sachen Meldepflicht beachten:

  • Die Meldepflicht nach § 11 Außenwirtschaftsgesetz (AWG) in Verbindung mit §§ 67 ff. Außenwirtschaftsverordnung (AWV) gilt für ein- und ausgehende Zahlungen über 12.500 EUR. Das Ziel der Meldung ist es vereinfacht gesagt, die Außenwirtschaftsstatistik für Deutschland zu erstellen.

  • Auftraggeber und Empfänger einer Auslandszahlung über 12.500 EUR sind der Bundesbank zur Außenwirtschaftsstatistik bis zum 7. des Folgemonats elektronisch zu melden. Lediglich Privatpersonen können die Meldepflicht auch telefonisch erledigen.

  • Beträge unter 12.500 EUR sind in der Regel nicht meldepflichtig.

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Wichtiger Hinweis:
Wichtiger Hinweis:

Im Vergleich zum SEPA-Verfahren sind die Kosten dennoch höher und es dauert länger, bis das Geld beim Empfänger ankommt. Das liegt daran, dass an einer Auslandsüberweisung mindestens vier Parteien beteiligt sind – neben dem Zahler und dem Empfänger der Zahlung sind das die jeweiligen Banken der Geschäftspartner.

Um Auslandszahlungen abzuwickeln, unterhalten Banken weltweit ein Netz von Partnerbanken – sogenannte Korrespondenzbanken –, mit denen sie zu diesem Zweck Verträge abschließen. Ist der Empfänger Kunde bei einer dieser Korrespondenzbanken, ist die Abwicklung relativ einfach. In diesem Fall überträgt die Hausbank das Geld einfach auf das Konto der Empfängerbank. Diese tauscht den Betrag in die entsprechende Landeswährung und schreibt den Betrag ihrem Kunden gut.

Komplizierter wird es, wenn die Hausbank keine Bankverbindung zu dem Institut des Empfängers unterhält. Dann muss letzteres zunächst unter seinen Korrespondenzbanken eine finden, die die Rolle des Vermittlers zur Empfängerbank übernehmen kann, also eine Kontobeziehung mit der Empfängerbank unterhält. Das ist ein weiterer Schritt, der Zeit, Aufwand und damit letztlich auch Kosten verursacht.

Sicherheit vor Schnelligkeit: Dokumentäre Zahlungsinstrumente.

Wer Waren ins ferne Ausland sendet, will sicherstellen, dass der Empfänger im Gegenzug seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Diesem Zweck dienen die sogenannten Dokumentären Zahlungs- und Sicherungsinstrumente wie das Dokumenteninkasso und das Dokumentenakkreditiv.

Keine Gedanken mehr über die Zahlungsmoral des Kunden machen

Beim – selten gewordenen – Dokumenteninkasso reicht der Exporteur bei seiner Bank alle Versanddokumente (z. B. Herkunftszeugnis, Handelsrechnung, Frachtbrief, Abladebestätigung, Versicherungsschein) ein. Die Bank leitet diese Dokumente per Einschreiben an die Bank des Kunden (Importeur) oder eine der Korrespondenz¬banken des Exporteurs weiter. Die Bank des Kunden (bzw. die Korrespondenzbank) überprüft die Papiere. Der Käufer erhält die Warendokumente und damit die Ware nur, wenn er zahlt (document against payment) oder die Forderung akzeptiert (document against accept).

Noch sicherer ist das Dokumentenakkreditiv. Bei dieser Zahlungsform garantiert die Bank des Käufers, dem Verkäufer den vereinbarten Betrag zu zahlen, wenn die Akkreditivbedingungen erfüllt sind. Der Exporteur muss sich also keine Gedanken mehr über die Zahlungsmoral seines Kunden machen

Im Akkreditiv wird die Ware hinsichtlich Art, Menge und Verpackung beschrieben und es werden Fristen für den Versand der Ware sowie zur Vorlage der Dokumente genannt. Ferner werden die Dokumente spezifiziert, die die Bezahlung des Akkreditivs auslösen.

Wie sie Fehler bei Dokumentengeschäften vermeiden, lesen Sie hier .

Komplizierter wird es, wenn die Hausbank keine Bankverbindung zu dem Institut des Empfängers unterhält. Dann muss letzteres zunächst unter seinen Korrespondenzbanken eine finden, die die Rolle des Vermittlers zur Empfängerbank übernehmen kann, also eine Kontobeziehung mit der Empfängerbank unterhält. Das ist ein weiterer Schritt, der Zeit, Aufwand und damit letztlich auch Kosten verursacht.

Großes Netzwerk in Osteuropa und China.

Für Unternehmen im internationalen Geschäft ist es deshalb ratsam, bei der Auswahl der Hausbank auf ein großes Netz an Korrespondenzbanken im Ausland zu achten. Je mehr Korrespondenzbanken eine Bank vorweisen kann, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch Zahlungen in entlegene Regionen oder zu kleineren Banken problemlos abwickeln kann.

Die HypoVereinsbank als Teil der UniCredit Gruppe hat deshalb in der Vergangenheit viel in den Ausbau ihres internationalen Banken-Netzwerkes investiert. Mit über 4000 Korrespondenzbanken in 175 Ländern verfügt sie über eines der am besten ausgebauten Netzwerke weltweit. Damit ist es möglich, auch viele abgelegene Regionen zu erreichen.

Wohin geht das Geld?

Wer importiert, muss auch bezahlen. In Europa gibt es dafür das einheitliche SEPA-System, doch anderswo gestaltet sich der Zahlungsverkehr oft komplizierter. Woher ein Großteil der globalen Einfuhren nach Deutschland stammt, zeigt unsere Infografik mit den Top 10 der Importpartner außerhalb Europas (Stand: 2018).

Deutschlands Top-Importpartner ausserhalb der EU 2017
International Wachsen Top-Importpartner
Quelle: Statistisches Bundesamt, Angaben in Mrd. Euro

Allein in der Volksrepublik China verfügt die HypoVereinsbank beispielsweise über 55 Korrespondenzbanken. Aus gutem Grund: „Mancher chinesische Lieferant hat nur eine lokale Bankverbindung, an die wir vor 25 Jahren niemals einen Zahlungsauftrag geschickt hätten“, bemerkt Cash-Management-Experte Meissner.

Die Bedeutung des Handels mit China hat in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen. Das Reich der Mitte ist längst zum wichtigsten Lieferanten Deutschlands avanciert. 2017 importierte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamts Waren im Wert von fast 101 Milliarden Euro.

Qualitäts-Check
Beim Auslandszahlungsverkehr handelt es sich um eine komplexe Materie. Umso wichtiger ist es, den richtigen Partner an seiner Seite zu haben.
Sieben Fragen, die Sie Ihrer Bank stellen sollten:
  1. In welchen Ländern unterhält die Bank Korrespondenzbanken?
  2. Über wie viele Korrespondenzbanken verfügt die Bank in Ihren Zielmärkten?
  3. Besitzt die Bank in Ihren Zielmärkten eigene Filialen oder Tochterfirmen?
  4. Ist die Bank an das lokale Zahlungsverkehrssystem angeschlossen?
  5. Gibt es speziell ausgebildete Berater für Ihre wichtigen Zielmärkte?
  6. Wie gut ist das Informationsangebot der Bank? Gibt es spezielle Schulungen, Seminare, Vortragsveranstaltungen oder Broschüren für wichtige Märkte?
  7. Welche elektronischen Banking-Systeme bietet die Bank an?
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