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23.03.2011 Quartalszahlen/Bilanz
Erfolgreiches Geschäftsjahr 2010 der HVB Group: Konzernüberschuss von 1,7 Mrd € im Vorjahresvergleich fast verdoppelt, Kosten weiter gesenkt, Risikovorsorge mehr als halbiert
  • Ergebnis vor Steuern um rund 50 % auf 1.882 Mio € gesteigert
  • Konzernüberschuss nach Steuern auf 1.728 Mio € fast verdoppelt
  • Provisionsüberschuss um 10,5 % erhöht
  • Verwaltungsaufwendungen weiter rückläufig (- 0,8 %)
  • Kreditrisikovorsorge deutlich auf 632 Mio € gesenkt
  • Positive Ergebnisbeiträge aus allen Divisionen
  • Weiterhin hervorragende Kapitalausstattung, gute Leverage Ratio und solide Finanzierungsstruktur

Die UniCredit Bank AG (im Folgenden auch HypoVereinsbank) legt heute ihr Geschäftsergebnis für das Jahr 2010 vor. Der vollständige Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2010 wird auf der Investor Relations Website im Internet unter www.hvb.de/ir veröffentlicht.

Geschäftsentwicklung 2010

Ergebnis der HVB Group

In einem teilweise immer noch herausfordernden Kapitalmarktumfeld erzielte die HVB Group 2010 ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern in Höhe von rund 1,9 Mrd € und übertrifft damit das Vorjahresergebnis um 616 Mio €. Nach Steuern konnte die Bank mit einem Konzernüberschuss in Höhe von 1.728 Mio € den Vorjahreswert (884 Mio €) fast verdoppeln. Zu dieser guten Ergebnisentwicklung führte vor allem eine gegenüber dem Vorjahr mehr als halbierte Kreditrisikovorsorge in Höhe von 632 Mio €.

Darüber hinaus profitierte die HVB Group vom Rückgang der Restrukturierungsaufwendungen (Ergebniseffekt gegenüber Vorjahr + 133 Mio €) und niedrigeren Belastungen im Finanzanlageergebnis (Ergebniseffekt gegenüber Vorjahr + 148 Mio €). Einen sehr erfreulichen Anstieg erzielte die HVB Group beim Provisionsüberschuss, der um 10,5 % auf 1.312 Mio € gesteigert werden konnte. Erhöht hat sich gegenüber dem Vorjahr auch der Saldo der Sonstigen Aufwendungen/Erträge um + 98 Mio € auf 239 Mio €. Das Handelsergebnis lieferte mit 759 Mio € einen deutlichen Ergebnisbeitrag, auch wenn es den sehr hohen Vorjahreswert (1.074 Mio €) nicht erreichen konnte. Der Zinsüberschuss reduzierte sich im Umfeld eines niedrigen Zinsniveaus gegenüber dem Vorjahr um rund 6 % auf 4.248 Mio €.

Auf Grund eines konsequenten Kostenmanagements konnten die Verwaltungsaufwendungen, wie bereits auch in den Vorjahren, weiter reduziert werden. Die Effizienz des Kostenmanagements drückt sich in seit 2005 kontinuierlich rückläufigen Verwaltungsaufwendungen aus. Nach einem Rückgang des Verwaltungsaufwands gegenüber dem Vorjahr um 0,8 % auf 3.433 Mio € liegt die Cost-Income-Ratio 2010 bei 52,3 %, und damit weiterhin auf einem – auch im nationalen Vergleich – hervorragenden Niveau (Vorjahr: 50,0 %).

Dr. Theodor Weimer, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank:

"2010 war ein ausgesprochen gutes Geschäftsjahr für die HypoVereinsbank. Es ist uns gelungen, das gute Ergebnis des Vorjahres deutlich zu übertreffen und das zweitbeste Ergebnis vor Steuern in der Geschichte der HypoVereinsbank einzufahren. Alle Divisionen haben erneut einen positiven Beitrag zu diesem guten Ergebnis geleistet. Dies ist zum einen eine Bestätigung unseres auf langfristiges Wachstum ausgelegten, diversifizierten Geschäftsmodells. Zum anderen beruht unser Erfolg auf dem dualen Fokus auf ein stringentes Risikomanagement und Kosteneffizienz. Mit unserer hohen Kapitalausstattung, der soliden Finanzierungsbasis sowie der guten Marktposition in unseren Kerngeschäftsfeldern sind wir ein zuverlässiger Partner für unsere Kunden."

Divisionen

Zum erfreulichen Anstieg des Ergebnisses vor Steuern der HVB Group trug die Division Corporate & Investment Banking (CIB) maßgeblich bei. Sie verbesserte ihr Ergebnis vor Steuern um 569 Mio € auf 1.500 Mio €, im Wesentlichen durch die deutlich gesunkene Kreditrisikovorsorge und die gegenüber dem Vorjahr reduzierten Belastungen sowohl im Finanzanlageergebnis als auch bei den Restrukturierungsaufwendungen.

Auch die Divisionen Private Banking (PB) und Privat- und Geschäftskunden (PuG) konnten positive Ergebnisbeiträge erzielen. Bei der Division PB belief sich das Ergebnis vor
Steuern auf 123 Mio € und bei der Division PuG auf 33 Mio €.

Kapital und Liquidität

Die HVB Group weist weiterhin eine exzellente Kapitalausstattung aus. Die Kernkapitalquote (Tier 1 Ratio) gemäß Basel II lag per 31. Dezember 2010 mit 16,6 % nach 17,8 % zum Jahresende 2009 weiterhin sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich auf einem hervorragenden Niveau. Der Rückgang der Kernkapitalquote resultiert bei leicht gestiegenem Kernkapital (20,6 Mrd €) aus der Erhöhung der Risikoaktiva um 9,4 Mrd €, die insbesondere auf den Wegfall der Entlastungswirkung einiger Verbriefungstransaktionen sowie der erstmaligen Einbeziehung der von der Bank Austria, Wien, erworbenen CAIB zurückzuführen ist.

Das bilanzielle Eigenkapital belief sich per 31. Dezember 2010 auf 23,7 Mrd €. Bei einer gegenüber dem Vorjahr nur um 2 % gestiegenen Bilanzsumme in Höhe von 371,9 Mrd € stieg die Leverage Ratio (Verhältnis der Bilanzsumme zum bilanziellen Eigenkapital) von 15,4x per Ende Dezember 2009 auf den weiterhin sehr guten Wert von 15,7x per 31. Dezember 2010 an.

Die HVB Group verfügte im Geschäftsjahr 2010 jederzeit über eine adäquate Liquiditätsausstattung und eine solide Finanzierungsstruktur. Das Refinanzierungsrisiko war auf Grund der Diversifikation bezüglich der Produkte, Märkte und Investorengruppen weiterhin gering, so dass eine angemessene Refinanzierung des Aktivgeschäfts jederzeit gegeben war. Die von der HVB Group emittierten Pfandbriefe stellten dabei mit ihrer sehr guten Bonität und Liquidität ein unverändert wichtiges Refinanzierungsinstrument dar.

Dr. Theodor Weimer:

"Nach dem ergebnisstarken Jahr 2010 ist das laufende Jahr klar auf Wachstum ausgerichtet. Wir wollen und wir werden wachsen – dies gilt für alle Marktsegmente und alle Vertriebsdivisionen. Dazu werden wir unsere Stärken aktiv ausspielen: Unsere Leistungsfähigkeit, die hohe Qualität in der Kundenbetreuung, die unkomplizierte Zusammenarbeit und die regionale Nähe zu unseren Kunden."

Wesentliche GuV-Positionen

Zinsüberschuss

Der gesamte Zinsüberschuss verringerte sich im Geschäftsjahr 2010 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 280 Mio € bzw. 6,2 % auf 4.248 Mio €. Dabei reduzierte sich der Überschuss aus dem originären Zinsgeschäft unter den Rahmenbedingungen eines niedrigen Zinsniveaus um 376 Mio € auf 4.100 Mio €. Ursächlich dafür waren im Wesentlichen die gegenüber dem Vorjahr deutlich niedrigeren handelsinduzierten Zinsen sowie geringere Erträge aus den gemäß IAS 39.50 reklassifizierten Beständen. Zum Rückgang des Zinsüberschusses führten auch die gesunkenen Zinsmargen im Passivgeschäft.

Die vereinnahmten Erträge aus "Dividenden und ähnliche Erträge aus Kapitalinvestitionen" stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich um 96 Mio € auf 148 Mio € und sind im Wesentlichen auf gestiegene Ausschüttungen von Private Equity Funds zurückzuführen.

Provisionsüberschuss

Der Provisionsüberschuss entwickelte sich sehr erfreulich und erhöhte sich im Berichtsjahr deutlich um 125 Mio € auf 1.312 Mio € (Vorjahr: 1.187 Mio €). Zu diesem Anstieg konnte insbesondere die Division CIB mit einem Wachstum des Provisionsüberschusses von 17,8 % beitragen. Die Division PuG steigerte ebenfalls ihr Provisionsergebnis gegenüber dem Vorjahr (+ 3,5 %), während sich der Provisionsüberschuss der Division PB auf dem Vorjahresniveau stabilisierte. Die deutliche Erhöhung des Provisionsüberschusses der HVB Group resultierte überwiegend aus dem signifikanten Anstieg des Provisionsergebnisses im Bereich der Management-, Makler- und Beratungsdienstleistungen um + 85 Mio € auf 732 Mio € (+ 13 %).

Daneben verbesserte sich das Provisionsergebnis aus dem Kreditgeschäft um 14 % auf 403 Mio €, was unter anderem auf höhere Advisory Fees sowie geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit eigenen Verbriefungstransaktionen zurückgeht. Die Erträge für Zahlungsverkehrsdienstleistungen lagen unverändert bei 180 Mio €, während sich die Sonstigen Dienstleistungserträge auf Grund des Wegfalls der Erträge der 2009 verkauften Gesellschaft BodeHewitt um 12 Mio € reduzierten.

Handelsergebnis

Die HVB Group erzielte 2010 ein solides Handelsergebnis in Höhe von 759 Mio €, konnte dabei den hohen Vorjahresgewinn (1.074 Mio €) jedoch nicht erreichen. Ursächlich hierfür war, dass der im Vorjahr außergewöhnlich hohe Ergebnisbeitrag aus Held-for-Trading-Finanzinstrumenten durch die seinerzeitige starke Erholung des Gesamtmarktes begünstigt war, die sich im Berichtsjahr nicht in diesem Ausmaß fortsetzte.

2010 konnte bei den Held-for-Trading-Finanzinstrumenten mit + 654 Mio € dennoch ein beachtliches Ergebnis erzielt werden. Dieses wurde insbesondere in den Bereichen Rates (zinsbezogene Produkte) und Equities (Aktien- und Index-produkte) sowie Capital Markets erwirtschaftet. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Ergebniseffekte aus dem Hedge-Accounting (+ 24 Mio €), das Ergebnis aus den der Fair-Value-Option zugeordneten Beständen einschließlich der Derivate, die zu deren Absicherung abgeschlossen wurden (+ 11 Mio €) sowie das Sonstige Handelsergebnis (+ 61 Mio €) erhöht. Der Anstieg beim Sonstigen Handelsergebnis resultiert vor allem aus einem höheren Gewinn des im Berichtsjahr zurückgekauften Hybridkapitals gegenüber dem positiven Effekt aus den Rückkäufen im Vorjahr.

Verwaltungsaufwand

Die Verwaltungsaufwendungen ermäßigten sich im fünften Jahr in Folge und zeigen damit die Erfolge eines konsequenten Kostenmanagements. Beim Rückgang der gesamten Verwaltungsaufwendungen um 0,8 % auf 3.433 Mio € reduzierten sich die Personalaufwendungen um insgesamt 66 Mio €, insbesondere auf Grund geringerer Aufwendungen für den Pensionssicherungsverein, während die Aufwendungen für Löhne und Gehälter weitgehend unverändert blieben. Die Anderen Verwaltungsaufwendungen einschließlich Abschreibungen auf Sachanlagen erhöhten sich dagegen leicht um + 2,3 % auf 1.677 Mio €. Dieser Anstieg ist unter anderem auf Outsourcingmaßnahmen (z.B. die Einbringung der IT-Aktivitäten in den IT-Dienstleister der UniCredit Gruppe, UGIS, im Mai 2009) und der damit einhergehenden Verlagerung von Personalkosten zu den Anderen Verwaltungsaufwendungen zurückzuführen.

Operatives Ergebnis

Das operative Ergebnis lag im Berichtsjahr 2010 mit 3.125 Mio € um 343 Mio € unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Ursächlich hierfür waren die Rückgänge beim Zinsüberschuss und beim Handelsergebnis, die durch höhere Erträge beim Provisionsüberschuss und beim Saldo der Sonstigen Aufwendungen und Erträge sowie durch die Kostenreduzierung teilweise kompensiert werden konnten. Die Cost-Income-Ratio lag auch im Geschäftsjahr 2010 mit 52,3 % auf einem sehr guten Niveau (Vorjahr: 50,0 %).

Kreditrisikovorsorge

Die Kreditrisikovorsorge sank 2010 in einem gegenüber dem Vorjahr wesentlich verbesserten Kreditumfeld deutlich um 969 Mio € bzw. 60,5 % auf 632 Mio €. Dieser starke Rückgang fand insbesondere in der Division CIB statt (- 63,8 %). Darüber hinaus weist auch die Division PuG eine deutlich verbesserte Kreditrisikovorsorge aus (- 71,4 %).

Finanzanlageergebnis

Das Finanzanlageergebnis beläuft sich 2010 auf - 132 Mio € nach - 280 Mio € im Vorjahr. Dabei werden im Berichtsjahr Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Finanzanlagen in Höhe von - 218 Mio € ausgewiesen. Darin enthalten sind Bewertungsaufwendungen für Investment Properties in Höhe von 169 Mio € sowie weitere Bewertungsaufwendungen für AfS-Finanzinstrumente in Höhe von 49 Mio €. Teilweise kompensierend wirkten sich Realisierungserfolge aus der Veräußerung von Finanzanlagen in Höhe von 86 Mio € aus. Hierin enthalten sind Gewinne aus dem Verkauf von Anteilsbesitz sowie der Gewinn aus der Veräußerung von Teilen der Private Banking-Aktivitäten der Tochtergesellschaft UniCredit Luxembourg S.A. Zum negativen Vorjahresergebnis trugen vor allem Impairments in Höhe von 328 Mio € bei, die auf Private Equity Funds und Direct- bzw. Co-Investments vorgenommen wurden.

Ergebnis vor Steuern, Ertragsteuern und Konzernüberschuss

Im Geschäftsjahr 2010 erzielte die HVB Group ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.882 Mio €, das um fast 49 % bzw. 616 Mio € über dem Ergebnis des Vorjahres liegt. Der Ertragsteueraufwand reduzierte sich trotz der guten Ergebnisentwicklung um 228 Mio € auf 154 Mio €. Vom gesamten Ertragsteueraufwand entfielen auf tatsächliche Steuern 469 Mio €, die teilweise durch latente Steuern in Höhe von 315 Mio € kompensiert wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich Wertanpassungen von aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge der HVB Group in Höhe von + 467 Mio € begünstigend auswirken.

Nach Abzug der Steuern erwirtschaftete die HVB Group 2010 einen Konzernüberschuss in Höhe von 1.728 Mio € und konnte damit den entsprechenden Vorjahreswert (884 Mio €) fast verdoppeln.

Segmentergebnis nach Divisionen

Zum sehr guten Ergebnis vor Steuern der HVB Group in Höhe von 1.882 Mio € haben die Segmente

Corporate & Investment Banking
 
1.500 Mio €
 
Privat- und Geschäftskunden
 
33 Mio €
 
Private Banking
 
123 Mio €
 
Sonstige/Konsolidierung
 
226 Mio €
 

beigetragen.

Divisionsbeschreibungen im Detail

Corporate & Investment Banking

Die Division Corporate & Investment Banking erzielte im Geschäftsjahr 2010 ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.500 Mio €, das gegenüber dem Vorjahr (931 Mio €) deutlich um 569 Mio € zulegen konnte.

Der Zinsüberschuss ermäßigte sich gegenüber dem Vorjahr um 237 Mio € auf 3.000 Mio € (- 7,3 %). Bei einem weitgehend stabilen Kreditgeschäft geht diese Entwicklung insbesondere auf rückläufige handelsinduzierte Zinsen sowie auf geringere Erträge aus den gemäß IAS 39.50 reklassifizierten Forderun¬gen zurück. Darüber hinaus ergab sich – trotz steigender Volumina – ein auf Grund der Zinsentwicklung margenbedingt rückläufiger Zinsüberschuss im Einlagenbereich. Dagegen stiegen die im Zinsüberschuss enthaltenen Dividenden im Wesentlichen wegen höherer Ausschüttungen von Private Equity Funds.

Der Provisionsüberschuss verbesserte sich mit einem Anstieg

von 92 Mio € bzw. 17,8 % deutlich, was hauptsächlich auf eine erfreuliche Entwicklung im Bereich der Projekt- und strukturierten Finanzierungen sowie auf geringere Aufwendungen für Ausplatzierungen zurückzuführen ist. Die Division erzielte ein Handelsergebnis in Höhe von 660 Mio €, das den Ergebnisbeitrag des Vorjahres (927 Mio €), der durch die seinerzeitige starke Erholung des Gesamtmarktes begünstigt war, nicht erreichen konnte. Zum Ergebnis 2010 haben insbesondere die Bereiche Rates (zinsbezogene Produkte) und Equities (Aktien- und Indexprodukte), aber auch Capital Markets beigetragen. Daneben verbesserte sich das Ergebnis aus den Beständen, die der Fair-Value-Option zugeordnet sind, die im Vorjahr auf Grund der Marktverhältnisse noch erheblich von Spreadausweitungen belastet waren.

Der Verwaltungsaufwand stieg gegenüber dem Vorjahr um 54 Mio € bzw. 3,1 %. Die Cost-Income-Ratio bleibt trotz geringerer Erträge auf einem sehr guten Niveau bei 41,0 % (Vorjahr: 36,6 %). Das Geschäftsjahr 2010 konnte mit einer deutlich niedrigeren Kreditrisikovorsorge gegenüber dem Vorjahr abgeschlossen werden. Die positive Entwick¬lung im Risikobereich (980 Mio € weniger Wertberichtigungen) trägt maßgeblich zur gesamten Ergebnissteigerung bei. Daneben erhöhten sich die Belastungen im Posten Zuführungen zu Rückstellungen und Finanzanlageergebnis. Im Vorjahr waren hohe Bewertungsaufwendun¬gen auf Private Equity Funds und Direct- bzw. Co-Investments enthalten. Insgesamt konnte die Division ein sehr gutes Ergebnis vor Steuern in Höhe von 1.500 Mio € erzielen und übertrifft damit das Vorjahresergebnis (931 Mio €) um mehr als 60 %.

Privat- und Geschäftskunden

Im Geschäftsjahr 2010 wurde im Rahmen der Umsetzung des UniCredit-weiten Programms "One for Clients" (One4C) in einem ersten Schritt die Verlagerung von Kunden zwischen den Divisionen Privat- und Geschäftskunden und Private Banking vorgenommen. Dabei wechselten Kunden mit einem freien Anlagevermögen von mindestens 500.000 Euro von der Division Privat- und Geschäftskunden zu Private Banking bzw. Kunden mit einem Anlagevermögen von unter 500.000 Euro aus der Division Private Banking zur Division Privat- und Geschäftskunden. Dies führte insgesamt zu einer Abgabe von Kunden der Division Privat- und Geschäftskunden an die Division Private Banking. Damit kam es per saldo auch zu einer überproportionalen Übertragung von operativen Erträgen. Die Vorjahreszahlen bzw. Vorquartale wurden entsprechend angepasst.

Im Geschäftsjahr 2010 reduzierten sich die operativen Erträge der Division Privat- und Geschäftskunden gegenüber dem Vorjahr um rund 5 %. Dieser Rückgang ist überwiegend auf den um rund 10 % auf 841 Mio € gesunkenen Zinsüberschuss zurückzuführen. Ursächlich dafür sind im Wesentlichen die niedrigeren Zinsmargen im Einlagengeschäft, die trotz der gestiegenen Einlagenvolumina zu einem niedrigeren Zinsüberschuss im Passivgeschäft führten. Darüber hinaus verminderte sich der Zinsüberschuss im Aktivgeschäft durch rückläufige Volumina, wobei bei Immobilienfinanzierungen auf Grund des deutlich steigenden Neugeschäfts (+ 21 %) der Volumensrückgang teilweise aufgefangen werden konnte. Ferner reduzierte sich der Zinsüberschuss auch wegen der im zweiten Halbjahr 2009 entkonsolidierten Vereinsbank Victoria Bausparkasse.

Erfreulich entwickelte sich dagegen der Provisionsüberschuss mit einem Anstieg um 3,5 % auf 509 Mio €. Diese Zunahme resultiert überwiegend aus einem gegenüber dem Vorjahr verbesserten Wertpapiergeschäft, das insbesondere im Bereich der Assets under Management stieg. Ferner profitiert die Division vom erfolgreichen Vertrieb von Altersvorsorgeprodukten sowie vom gestiegenen Absatz bei Bausparprodukten. Hierzu tragen die Kooperationen mit der ERGO und der Wüstenrot Bausparkasse erfolgreich bei.

Durch die im Rahmen eines konsequenten Kostenmanagements erzielten Einsparungen beim Verwaltungsaufwand (- 4,4 %) konnte der Rückgang der operativen Erträge teilweise kompensiert werden. Dabei verringerte sich der Personalaufwand um 5,6 %, insbesondere wegen der Reduzierung des Personalstands. Daneben ermäßigten sich die Anderen Verwaltungsaufwendungen um 4,0 %. Die kräftig um 71,4 % auf 18 Mio € ermäßigte Kreditrisikovorsorge und der Wegfall der im Vorjahr enthaltenen Restrukturierungsaufwendungen führten zu einem verbesserten und nunmehr deutlich positiven Ergebnis vor Steuern in Höhe von 33 Mio € (Vorjahr: - 71 Mio €).

Nachdem der zweite Schritt aus One4C, die Übertragung von mittelständischen Firmenkunden (Umsatz bis 50 Mio €) aus der Division Corporate & Investment Banking, planmäßig nicht mehr
im Geschäftsjahr 2010, sondern zum Jahresbeginn 2011 erfolgte, spiegelt das Jahresergebnis 2010 die künftige Ertragskraft der Division noch nicht vollständig wider.

Private Banking

Die Division Private Banking erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 ein positives Ergebnis vor Steuern in Höhe von 123 Mio € und konnte damit das Vorjahresergebnis (125 Mio €) nahezu erreichen. Innerhalb der operativen Erträge kam es zu einem Rückgang von 5,6 %, hauptsächlich wegen des geringeren Zinsergebnisses. Der Zinsüberschuss ermäßigte sich um 10 Mio € auf 109 Mio €, überwiegend auf Grund rückläufiger Zinsmargen, aber auch wegen gesunkener durchschnittlicher Volumina im Passivgeschäft.

Die Cost-Income-Ratio stieg in 2010 um 1,6 Prozentpunkte auf 58,1 % infolge der reduzierten operativen Erträge. Teilweise kompensierend wirkte sich die Entwicklung im Verwaltungsaufwand aus. Hier konnte auf Grund der Umsetzung von Einsparmaßnahmen eine Reduzierung um 2,9 % erreicht werden. Im nicht operativen Ergebnis wurden die im Zusammenhang mit der Veräußerung von Teilen des Private Banking-Geschäfts der UniCredit Luxembourg S.A. stehenden Restrukturierungsaufwendungen durch den daraus entstehenden, im Finanzanlageergebnis ausgewiesenen Veräußerungsgewinn überkompensiert.

Sonstige/Konsolidierung

Die operativen Erträge dieses Segments erhöhten sich im Berichtsjahr 2010 um 86 Mio € auf 602 Mio € (Vorjahr: 516 Mio €). Dabei stiegen vor allem der Zinsüberschuss und der Saldo aus sonstigen Aufwendungen und Erträgen deutlich, während sich das Handelsergebnis verringerte. Bei um 18 Mio € gesunkenen Verwaltungsaufwendungen verbesserte sich das operative Ergebnis auf Grund der gestiegenen Erträge deutlich um 104 Mio € auf 410 Mio € (Vorjahr: 306 Mio €).

Im Geschäftsjahr 2010 ergab sich ein Zuführungsbedarf zur Kreditrisikovorsorge in Höhe von 56 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €). Der negative Saldo aus dem Finanzanlageergebnis und andere Posten in Höhe von - 110 Mio € (Vorjahr: - 2 Mio €) entstand vor allem durch Impairments auf Invest¬ment Properties. Das Ergebnis vor Steuern ermäßigte sich im Geschäftsjahr 2010 um 55 Mio € auf 226 Mio € (Vorjahr: 281 Mio €).

Ansprechpartner für Presse
Markus Huber

HypoVereinsbank
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