Nachhaltig anlegen Impact Investing & Co. Grüne Anlagestrategien

Nachhaltig anlegen

Impact Investing & Co.: Grüne Anlagestrategien.

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten:
Wie legen Sie mit Ausschluss- oder Positivkriterien an? Was bringen Unternehmensdialoge? Was bedeutet „Impact Investing“?

Wer nachhaltig investieren will, kann aus einer Vielzahl von Strategien wählen, um die richtige Anlagemöglichkeit zu finden.

1. Ausschlusskriterien

Der Anleger schließt beispielsweise Unternehmen von der Anlage aus, die in kontroversen Geschäftsfeldern, etwa der Herstellung von Atomstrom, Tabakwaren oder geächteten Waffen, tätig sind oder gegen anerkannte Arbeits- und Menschenrechte verstoßen.

Beim Kauf von Staatsanleihen werden beispielsweise Staaten ausgeschlossen, die die Todesstrafe anwenden, die Pressefreiheit missachten oder internationale Umwelt- und Klimaabkommen nicht ratifizieren.

2. Positivkriterien

Hier werden gezielt Anlagen ausgewählt, die einen positiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten. Dabei kann es sich um ganze Anlageklassen handeln, etwa Mikrofinanzfonds oder Beteiligungen in erneuerbaren Energien, oder um die Auswahl von Wertpapieren von Unternehmen oder Staaten, die ein besonderes Engagement für eine nachhaltige Entwicklung zeigen.

Eine Sonderform der Positivkriterien ist der so genannte Best-in-Class-Ansatz. Dabei werden etwa beim Kauf von Aktien und Unternehmensanleihen jeweils die Papiere der Unternehmen gekauft, die innerhalb ihrer Branche in puncto Nachhaltigkeit vorne liegen.

3. Unternehmensdialoge

Im direkten Gespräch mit der Unternehmensführung setzen sich Investoren, wenn sie Defizite dieser Nachhaltigkeitsleistung der Unternehmen erkennen, dafür ein, dass diese abgestellt werden.

So führt beispielsweise die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) seit 2012 einen Dialogprozess mit Unternehmen, die gegen Anlagekriterien der Stiftung verstoßen. Sie schließt moderne Formen der Zwangsarbeit, Kinderarbeit sowie schwere Menschenrechtsverletzungen in der Arbeitswelt ebenso aus wie die Produktion international geächteter Waffen.

Jährlich wird das Portfolio überprüft. Unternehmen, die durch Verstöße gegen die genannten Kriterien auffallen, werden von der Stiftung aufgefordert, die Missstände zu beheben. Die Wertpapiere der Unternehmen, die in diesem Dialogprozess nicht oder nicht überzeugend kooperieren, werden von der Stiftung verkauft. Seit 2015 betraf dies unter anderem die Unternehmen  Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, Apple, Wal-Mart Stores, Mitsubishi, Seven & i Holdings, Sony und Tepco .

4. Impact Investing

Hier suchen Anleger gezielt nach Anlagemöglichkeiten, die neben finanzieller Rendite auch oder vor allem eine umweltbezogene oder ethische Rendite erzielen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung von Sozialunternehmen, die gesellschaftliche Missstände mithilfe unternehmerischer Ansätze lösen. Beispiele dafür sind Projekte gegen eine hohe Jugendarbeitslosigkeit oder zur Wiedereingliederung von ehemaligen Strafgefangenen ins Berufsleben.

Eine Variante von Impact Investments sind Green Bonds. Die Green-Bond-Erlöse fließen gezielt und für den Anleger direkt nachvollziehbar in nachhaltige Projekte wie Umweltfinanzierungen und ermöglichen die Umsetzung konkreter Projekte. Gleichzeitig wird der Impact des Green-Bond-Investments veröffentlicht, zum Beispiel über den  Ausweis von CO2-Reduktionen  durch das finanzierte Projekt.

Die Palette ist breit: Kommunen wie die Stadt Paris sammeln mit Green Bonds Kapital für den Ausbau des Ladenetzes für E-Autos ein. Und der Autohersteller Toyota verschafft sich damit die nötigen Mittel, um den Verkauf seiner Hybridautos durch attraktive Konsumentenkredite ankurbeln zu können.

Aus dem Expertenkreis Impact Investing (unter dem Dach des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen) heraus entstand 2014 ein Fonds, der in Projekte und Organisationen im Bildungsbereich investiert. Diese müssen eine nachweislich positive gesellschaftliche Wirkung haben sowie ein stabiles Geschäftsmodell nachweisen können. Der  MRI-Pilotfonds  ist insbesondere für Stiftungen gedacht, deren Stiftungszweck im Bildungsbereich liegt.

Einen umfassenden  Ratgeber zum Impact Investing  haben im Mai 2016 der Bundesverband Deutscher Stiftungen sowie die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und die BMW Stiftung Herbert Quandt herausgegeben.

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